Band 
Fünfter Band.
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Hauptzweck, den sie gemeinschaftlich verfolgten/ und so konnten sieArbeiten vollbringe»/ für welche weder das Leben noch die Mitteleines einzelnen EigenthümerS hinreichen. Bald konnte man da-her auf die Nähe eines Klosters schließen/ erblickte man wohlbe-baute Felder/ sorgfältig gepflegte Weinberge/ Anpflanzungen vonObstbäumen/ kunstvoll bewässerte Wiesen. Da ihre Güter abga-benfrei und auch nicht von der Habsucht ausgebeutet waren/ istes nicht zu verwundern/ daß die Landleute eS bald als ein beson-deres Glück betrachteten / Pächter im Dienste eines Klosters zusein. In deren Regierung wurde der Grundsatz der freien Wahlaufrecht erhalten/ denn der Abt ging aus der Mitte der Brüderund durch deren Wahl hervor; einmal aber gewählt/ besaß er eineunbeschränkte Gewalt/ wenn er auch in den wichtigsten Fällenangewiesen war/ den Rath der Bruder zu verlangen. Die durchdie evangelische Vorschrift: Gehorchet euer» Vorgesetzten/ in dieGesellschaft eingeführte neue Tugend wurde in den klösterlichenGemeinschaften bis zur vollständigsten passiven Unterwerfung aus-gebildet. „Geschieht eS jemalS/ daß einem Bruder eine schwierigeoder unmögliche Sache befohlen wird/ so nehme er den Befehlmit Sanftmuth und Gefügigkeit hin. Erkennt er/ daß derselbedurchaus seine Kräfte übersteigt/ so lege er dies mit Bescheiden-heit und Unterwerfung dar/ entfernt von allem Stolz/ ohne Wi-derstand wie ohne Widerspruch. Beharrt nach dieser Vorstellungder Prior bei seinem Befehle/ so wisse der Jünger/ daß es so seinmüsse/ und gehorche im Vertrauen auf den Herrn" (O. L-XVI11).

Daraus ergab sich eine gänzliche Verläugnung des WillenS/ja die Aufhebung der Persönlichkeit/ denn die Regel sagt: derBruder „kann weder seinen Körper noch seinen Willen in seinerGewalt haben" (6. XXXII). Obgleich indeß der Abt blinden

sein Vorbild, und man möchte sagen seinen Ursprung, Unter heidnischenVölkern, und selbst unter den christlichen des Orients, fehlt in Wahrheitdieser in> kgthol. Abendlande so wichtige Stand, Erst als der Orden,welcher sich schnell durch Italien, Gallien und Spanien verbreitere (eshat noch Benedict Schüler dahin entsandt, Plaeidns nach Sicilien,Maurus nach Gallien, Aemilian nach Spanien), manche sehr ansehn-liche Commnnitäten gestalten konnte, in welche selbst Männer von wissen-schaftlicher Bildung, auch Geistliche, eintraten, fügte man zur ländlichen,mit Gebet abwechselnden Beschäftigung noch manche andere, namentlichUnterricht der Jugend, Abschreiben der Bücher, geistliches Studium."Damberger, A. a. O- Bd, I, S, 152. D. B.

Cantu, Weltgeschichte. V«

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