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jenem begangenes Sacrilegium. In dem Maße als das Klostersich bereicherte/ waren die Insaßen auf seine Verschönerung be-dacht/ und die Künste flohen vor der Zerstörungswuth dcrBarba-ren in die Klöster/ deren Kirchen sie erbauten und mit Darstel-lungen dcS Lebens und der Wunder des Schutzheiligen schmückten.Und doch blieb der Mönch/ einzeln genommen/ arm; bessere Spei-sen erschienen nur bei seltenen Gelegenheiten/ wenn irgend einPrälat oder Vornehmer zu Gaste war/ auf seinem Tische. Erkonnte nichts sein eigen nennen und eS war sogar ein streitigerPunkt/ ob das Brod/ das der Mönch esse/ sein Eigenthum sei. Esgab großes Aergerniß/ als man nach dem Tode eines Mönchesvon Flavigny bei demselben zwei Heller verborgen fand i er wardnicht in geweihter Erde begraben. -
Während überall sonst Verwirrung und Unordnung in Aem-tern und Jurisdiktion herrschte/ war auch in dieser Hinsicht imKloster strenge Ordnung vorhanden. Die Regel bestimmte/ werzu gehorchen und wer zu befehlen hatte/ wer Bücher abschreiben,wer predigen/ wer den Getreidespeicher/ die Weinberge/ die Kücheüberwachen/ wer die Pilger empfange»/ die Kranken besuchen/ diePsalmen vorsinge«/ Schule halten mußte. Die Mauern einerKirche oder eines Klosters waren der Schutz der ganzen Gegend,gleich wie daS Gut des Gotteshauses oder der Mönche den ArmenBrod gab. Die Abgabe dcS Knechtes an seinen Herrn war eineLeistung, für welche er nichts erhielt. DaS Geldstück oder dieKorngabe dagegen, welche er freiwillig dem Klerus gab, ward ihmmit Wucher zurückerstattet, ohne jener kleinen Aufmerksamkeiten,jener Tröstungen zu erwähnen, die das Herz rühren und mitkeinem Preis zu bezahlen sind. Wüthete der Krieg im Lande,oder verwüsteten zwei Edle, von denen einer schlimmer als derandere, ihre Ländereien gegenseitig mit Feuer und Schwert, wiewohlthuend mußte dann dem Bauer, dem Reisenden die Ruhe derKlöster sein, wie mußte ihn daS Bewußtsein trösten, da ein Asylund den Frieden zu finden, den die Ritter und KriegSknechte denSchlössern nicht verschaffen konnten. Wer vor der Pforte einesKlosters erschien, fand Sättigung, und welche Wohlthat dies zujener Zeit war, ist leicht einzusehen. Die wohlfeilen Deklamatio-nen einer gemüthlosen Gelehrsamkeit gegen die Habsucht der Möncheund Priester verstummen vor den Klagen, dem Drohgeschrei derNothleidenden, deren Menge in unserer Zeit furchtbar anwächst,namentlich in den Ländern, wo der christliche Geist in geringerem