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er sich von früher Jugend an den Wissenschaften mit lebhaftemGeist und außerordentlicher Fassungskraft, betrat die Laufbahnder Magistrats und wurde von Justin II zum Präfekten vonRom , also zu einer der höchsten Würden deS ReichS ernannt;bald jedoch deö Lebens in der Welt überdrüssig und dem Beispieleseiner Verwandten folgend, zog er sich in das dem heil. Andreasgewidmete Kloster zurück, welches er, nebst sechs andern in St-eiften, in seinem eigenen Hause gegründet hatte. Nachdem er inder Abgeschiedenheit, in welcher die Schwachen eine Zufluchtwider die Stürme suchten und die Starken sich bereiteten, mirdiesen Stürmen zu kämpfen, die Kraft der Seele wiedergefunden,glaubte er alö Missionär nützlich sein zu können, und verlangtevon Ben edier I die Erlaubniß, die Botschaft des HeilS nachBritannien zu tragen. Kaum aber war er abgereist, so rief dasVolk dem Papste zu, so oft es seiner ansichtig wurde: Du hastden heil. Petrus beleidigt, du hast Rom zerstört, da du Gregorentließest! — bis ihn der Papst zurückrief. Von Pelagius IIzu einem der sieben Diakone der römischen Kirche ernannt (580),wurde er von diesem Papste an den griechischen Hof geschickt,um Hülfe gegen die Longobarden zu bitten. Während seines Auf-enthaltes zu Constantinopel, wo er ein aufmerksamer Beobachterwar, gewann er die Achtung und das Wohlwollen Aller; KaiserMauritius verlangte ihn zum Pathen seines SohneS. AlS ernach dem Tode deS PelagtuS einstimmig zu dessen Nachfolgerernannt wurde (590), mußte man ihn drei Tage lang suchen,weil er, höchlich erschreckt über seine Erwählung, in seinem Klo-ster sich verborgen hatte, bis ihn das trostlose Volk mir Gewaltergriff und im Triumphe in die Stadt führte. Er schrieb sogaran den Kaiser Mauritius, um ihn bei ihrer Freundschaft zubeschwören, seine Wahl nicht zu bestätigen, wie er denn auch stetsnach seiner frühern Ruhe sich schmerzlich zurücksehnte. „Ich kannmeine Thränen nicht zurückhalten, schrieb er an Leander vonSevilla, gedenke ich jenes glücklichen Hafens, aus welchem ichmich losreißen mußte. Mein Herz jammert schon bei der Er-innerung an jenes feste Land, dem zu nahen mir nicht mehr ge-stattet ist."
Und in der That war zu jener Zeit das Papstthum ein Amt,vor welchem man wohl verzagen durfte. Der Papst war zwardurch seine erhabene Stellung verantwortlich für Alles, was nurin Rom vorfallen mochte, zugleich aber konnte er nicht selbststän-