Band 
Fünfter Band.
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Italien bezüglich der griechischen Kaiser/ waS bei den Frankendie Hausmaier bezüglich der Merovinger waren. Und neben denSorgen um das Große und Ganze verlor Gregor gleichzeitigdie geringsten Einzelheiten der gutsherrlichen Verwaltung nichtaus den Augen, auf daß die Arbeiter auf den Gütern der Kirchenichts Unbilliges zu leiden haben sollten *). Seiner Würde nichtdas Geringste vergebend, verwandte er doch die großen Einkünfteder päpstlichen Güter zur Spendung von Almosen/ Uebung derGastfreiheit, Gründung von Schulen und Spitälern. Täglichließ er durch seinen Kapellan zwölf Fremde zu Gaste laden unddie Dankbarkeit des Volkes erzählte, daß unter diesen einst auchder Heiland an seinem Tische gesessen. Bei alle dem, und wäh-rend er selbst in die entferntesten Gegenden Unterstützungen sandte,führte er persönlich die bescheidenste Lebensweise. Strenge gegensich selbst, sparsam für seinen Tisch, und den Vorschriften derKlosterregel mit Pünktlichkeit nachkommend, nahm er keinerleiRücksicht auf sich selbst, blickte mit Gleichgültigkeit auf die Ehrenund Güter dieser Welt, und war lediglich darauf bedacht, seinePflichten zu erfüllen. Gegen die Ketzer streng und mild zugleich,schrieb er dem Bischof von Neapel, Jeden, der es verlange, indie Kirche aufzunehmen. „Ich nehme über mich alle Unordnung,welche aus einer unvollkommenen Bekehrung entstehen könnte, denneine übermäßige Strenge möchte zum Nachtheile ihrer SeelenauSschlagcn." Den Bischöfen von Terracina, Cagliari, Arlcs,Marseille untersagte er die Gewaltthätigkeiten gegen die Juden,zu welchen ein unkluger Eifer sie hingerissen, „damit die Quelle,aus welcher das Leben fließt, ihnen nicht Anlaß zu einem zweitenTode werde, den der Abfall noch trauriger machen würde." Erließ den Juden ihre Synagogen wieder einräumen, und empfahl,nur mit Sanftmuth und Liebe gegen sie zu verfahren **).

Es ist kaum glaublich, daß ein so viel beschäftigter Mannnoch die Zeit zu erübrigen vermochte, so zahlreiche Werke zu ver-fassen, wegen deren Gregor nicht minder als wegen seiner Tu-genden der Große genannt wird, Von Ioanne 6, dem Erzbischofvon Ravenna, wegen der bischöflichen Pflichten um Rath gefragt,antwortete er ihm mit der Hirtenregel, einer Pastoralvorschrifi,welche in vier Abschnitten handelt von den Wegen, zum Priester-

») Kx. I, L2.Lp. II, 35.