539
Wir schließen hieraus/ daß um so eher die alten Sprachen außer-halb Italien fortbestanden. Cäsar sagt, die BelgM/ Kelten/Aquitanier seien einander durchaus unähnlich, nicht blos hinsicht-lich der Einrichtungen/ sondern auch hinsichtlich der Sprache/und der heil. HieronymuS nennt die Maffilier dreisprachig.Claudius entdeckte einst/ daß er einen Man»/ der kein Lateinverstand / zum Statthalter von Griechenland ernannt habe *).Der heil. Augustinuö ist erfreut darüber/ daß er nicht unterRuthenstreichen, sondern unter den Liebkosungen und dem Lächelnder Lehrer seiner Jugend diese Sprache erlernt habe"). Strabohält die Bemerkung für nothwendig/ daß der größte Theil dessüdlichen Gallien das Lateinische angenommen habe ***). Septi-muS Severuö gestattet/ die Fideicommisse nicht blos in lateini-scher und griechischer, sondern auch in punischer und gallischerSprache abzufassen ss). SidoniuS Apollin. rühmt es/ daß derAdel seines Landes svimvitis veltiei sijunmnm !ie;>08iinrn. »»!!«-vimtori« 8t)'Io, etinm cnmooiinlürus inocki« im'niedatii! H ).Eine Drnidin erschien vor Kaiser Alexander SeveruS undverkündete Unheilvolles in gallischer Sprache.
Als der Hof und mit ihm die vornehme Klasse — um wiederauf die Geschichte des Lateinischen zurückzukommen — nach Con-stantinopel übersiedelte, die Tribüne und der Senat verstummtwaren, mußte die nun nicht mehr von der feinern Sitte der Ge-bildeten und der Sorgfalt der Schriftsteller controllirte Sprachenoch größerm Verfalle anheimsinken. Die damals vorherrschendenSprachformen hatten übrigens nichts Barbarisches, näherten sichvielmehr wieder der lateinischen Originalität, von welcher sich dieausgezeichnetsten Schriftsteller entfernt hatten. In der That wareS auch nur natürlich, daß das Volk, statt der Verfeinerung derDeclinationen und Conjugationen, die Allgemeinheit der Präpo-
8uoton. sNkuä. '6.
6»nto88. I, 14.
«*») INI,. I».
ch INävicommtssa, guaoumgue sennon« ,-eüyui posaunt, noil «ulnu,
v«I Kiaoo!,, 8e<I eli»m >mnioa vt ^MlieLN^. viAvst. XXXII. I. XI:U. d. h. August.: Nrüvei'KIunr »oluin est puiüoum, quvä ijuivom lu-tine vodis yuM puniee non omues noslis, punieum eiiii»
ve,I,i»u, «st »mchium: Xuinmuni ijULorit postllenii», «luv« NN et
<iuoat «v. 8eum. 168. No voib. »xosk.
-j"s) I,ili. III, op. 3.