Band 
Fünfter Band.
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des MarcianuS Capclla entwickelte encyklopädische Methodeließ an die Stelle deö unmittelbaren Studiums der großen Mu-ster magere Compilationen treten; aber vielleicht hatte er selbstwie seine ausgezeichnetsten Zeitgenossen von jenen nur durch dieAbbreviatoren deS 4. und 5. Jahrh. Kenntniß/ denn die oratori-sehen Abhandlungen Ciceros und QuintilianS scheinen demJsidor von Sevilla zu lange zum Lesen. UebrigenS gibt Cas-siodor über die von ihm aufgeführten Wissenschaften nur ganzkurze Andeutungen/ mit Ausnahme der ausführlicher und ein-gehender behandelten Logik und Musik; die letztere scheint aucham Hofe Theodorichs in Ansehen gestanden zusein/ denn auchBoetiuS schrieb über diese Kunst und Chlotar verlangte vonjenem Fürsten einen Tonkünstler/ um mit einem Instrumente denGesang zu begleiten. DeS eben genannten Capella auS Me-dauruS in Afrika/ der um die Mitte des 5. Jahrh, in Romschrieb/ encyklopädisches/ zum Theil in Versen geschriebenes Werkheißt 8ntvi'ieon.

Boetins.

BoetiuS/ der kurz vorher / ehe die alte Königin der Weltdie Herrschaft deS Abendlandes verlor., das Licht der Welt er-blickte, ward von seinem Vater, welcher die höchsten Würden be-kleidete, frühzeitig nach Athen geschickt, wo er 18 Jahre lang denStudien lebte und verschiedene Werke von Ptolemäoö, Niko-machos, Euclid, Plato, Archimedeü und Aristotelesübersetzte. Seine Commentare über den letzteren wurden Normenfür daö Mittelalter *) und verbreiteten in Italien die Bekannt-schaft mit dem Stagiriten, dessen Methode er anwandte, um diegöttliche Einheit und Dreieinigkeit zu beweisen. Nach der Rück-kehr in'S Vaterland erlangte er Theodorichs Gunst, der ihmsein volles Verlangen schenkte und ihn zum Consul erhob. Vonseinen wettern Schicksalen und dem schönen Büchlein „VomTroste der Philosophie", das er im Kerker verfaßte, haben wirbereits geredet (Buch V!i!. S. 185). In seinen Betrach-tungen über den Zufall, die Vorsehung und das Vorhandensein

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') Seine Definition der Philosophie leintet: Nist ssxicntin roi-nii, c>unesunt eornxi'oliensio. It,. I. ^ritNin, o. 1.

Canru, Weltgeschichte. V.

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