Band 
Fünfter Band.
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deS Bösen ist er zwar eher Eklektiker als Katholik, läßt aberdoch alle andern Philosophen seiner Zeit weit hinter sich zurückund verräth eine umfassende Kenntniß der besten Muster deS Al-terthums. Seine gemeiniglich fiicßende, stellenweise jedoch auchharte und barbarische Prosa steht zurück gegen seine von einemmelancholischen Wohllaute durchhauchte Poesie - die sich durchNatürlichkeit und edle Bilder und formell durch einige von denAlten nicht gebrauchte Metren auszeichnet.

Ennodins.

Weit unter ihm steht Ennodins, Bischof von Pavia, derscholastische Exhortationen u. A. nach dem Vorbilde der antikenRhetorik schrieb. Man hat auch von ihm einige Briese übergeistliche Gegenstände, die Biographie deö heil. EpiphaniuSund des heil. Antonius von LcrinS und einen ebenso dunkelnals schwülstigen PanegyrikuS auf Theodorich, sowie einigeEpitaphien und Epigramme.

Geschichte.

In dem Sturme der Zeiten, wo eine Civilisation untergehtund eine neue noch im Entstehen begriffen, findet sich Niemand,der ohne Schmeichelei wie ohne Haß die erobernden Völker undden Charakter der Monarchen und Großen der Wahrheit getreudarstellte. Zumeist richtet sich daö Urtheil deS Schriftstellers, jenachdem er Heide oder Christ ist, je nachdem seine Partei vonden zu beurtheilenden Personen benachtheiligt oder begünstigtwurde. Welche große Aufgabe aber auch, mitten in dieser Ver-weichlichung und Niedergedrücktheit der Geister so gewaltigeSchicksale mit festem Blicke zu betrachten, mit Ordnung und Wahr-heit zu erzählen, da das sociale Gebäude unaufhaltsam zusammen-brach und Niemand deS folgenden TageS gewiß war! Nur wenigeHistoriker jener Zeit sind daher der Aufzeichnung werth. DerAfrikaner Sex tuS Aurelius Victor (360) verfaßte einetrockene Zusammenstellung der Ereignisse von Augustus bis aufdie Siege Julians in Gallien, ferner Lebensbeschreibungenberühmter Römer und anderer großer Männer des Alterthums;auch wird ihm eine Arbeit über den Ursprung deS römischen Volksnach alten Schriftstellern und den priesterlichen Annalen zuge-schrieben, doch mag dieselbe, welche bereits mit dem ersten JahreRoms abbricht, von einem spätern Grammatiker herrühren, der siezur Einleitung für die Werke deS AureliuS bestimmte. Julian,