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da die Verderbniß innerhalb wie außerhalb der Kirche gleich großund allgemein sei. Unter Vergleichungen voll reicher Beschreibun-gen und pathetischer Stellen deutet er auf der Barbaren unbe-kannte oder bei den Römern in Verfall gerathene Tugenden hin,derentwillen ihre Erfolge nicht verwunderungswürdig seien. SeineLehre war also bereits eine Vorläuferin jener Doctrin unsererTage/ daß in dem zwischen zwei Ursachen entsponnenen Kampfedie bessere stets die Oberhand behalte; insbesondere aber zeigteer/ daß er begriffe»/ was keiner seiner Zeitgenossen ahnte / näm-lich daß der Fall des Reiches einer auf der Grundlage des Chri-stenthums aufgebauten neuen Civilisation Entstehung geben würde.Welches Leben/ welche Einigkeit/ welche Bewegung herrschtenaber auch in der christlichen Gesellschaft/ gerade während die bür-gerliche Gesellschaft unfruchtbar ihrer Zersetzung entgegensiccht!
Der h. Fulgentius. 468—532.
Der h. FulgentiuS/ Bischof von Ruspa in Afrika/ wirdvon Bossuet der größte Theologe und der größte HeiligeseinerZeit genannt. Er selbst nennt sich Schüler des h. AuguftinuS;aber obgleich in seinen Schriften mehr Klarheit und Ordnungals in denen seiner Zeitgenossen herrscht/ erreicht er jenen Kir-chenvater doch keineswegs in der Schreibart/ eben so wenig wieTerrullian in der Kraft und Cyprian in der Leichtigkeit.Im Allgemeinen ist er mehr Theologe als Orator. Als der Aria-ner Thrasimund/ K. der Vandalen/ die Katholiken zu verfol-gen begann/ verbannte er mit noch 60 andern Bischöfen auchFulgentius nach Libyen/ wo er/ obgleich der jüngste/ unter sei-nen Schicksalsgenossen die hervorragendste Stelle einnahm.
Der h. Cäsarius. 470—542.
Der h. Cäsarius/ Erzbischof v. ArleS/ war einer der eifrig-sten Beförderer des MonachismuS im Abendlande. Zu Chalonsan der Saone geb./ studirte er in dem berühmten Kloster vonLerin. AlS er den bischöfl. Stuhl bestieg/ war seine erste Sorge/den Kirchengesang zu ordnen, dann/ daß dem Volke oft gepredigtwerde/ was er selbst häufig that. Bei den Concilen v. Agde (500)und Orange (524) führte er den Vorsitz und auf letzterem ver-dammte er die Ketzerei der Semipelagiancr/ sowie die Gegner derLehre des h. Augustin über die Gnade und Vorherbestimmung.Während der Kämpfe der Gothen/ Franken und Burgunder (507