Band 
Fünfter Band.
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laste von Spalatro entspringt der Bogen aus den Säulen ohneCarnieß; aber könnte man auch diese Unterdrückung eines un-nützen Theiles als einen Fortschritt betrachten/ so ist es dochjedenfalls ein Mangel/ daß Säulen auf Sparrenköpfen statt aufPiedeftalen ruhen und eine Reihe sich über der andern erhebtohne eine die Decke andeutende fortgesetzte Linie/ daß die Car-nieße/ statt die wagerechte Linie von einer Säule zur andern zuverfolgen/ mit dem Fries den Umfang einer ungeheuren Wölbungverfolgen. Dazu kommen die ohne Maß/ ohne Bedeutung unddaher auch ohne Wirkung ausgestreuten Ornamente/ wie zu Pal-myra / wo die Menge der Säulen und Friese in Verschwendungund Verwirrung ausartet.

Diese Mängel fallen um so mehr auf/ als die Skulptur nochrascher zerfiel. In der That find auch die riesigen marmornenSparrenköpfe des prächtigen FriedenStempels keineswegs vorzüg-licher als die Werke der barbarischen Jahrhunderte/ und unterConstanrin herrschte eine solche Armuth an Künstler«/ daß mamnamentlich zu Constantinopel/ gezwungen war / mit den Spoliender alten die neuen Denkmäler zu verschönern. Der diesem Kai-ser errichtete Triumphbogen ist in seinem Ganzen erhabener alSder deS Septimius Severus/ aber die Ornamente wurdendem trajanischen Dogen und Forum entnommen und paßten schlecht

*) Die Einführung des Christenthums in den Verfall der altklassischen Wellund ihrer Kunst hat Anfangs in der Architektur eine Veränderung sowenig wie auf dem andern Knustgebiete hervorgebracht. So wie auf denaltchristlichen Reliefen der Heiland und die Apostel in griechisch-römischerGewandung erscheinen, so bekleidete sich der christliche Kultus mit denTempeln und Hallen, die er vorfand, oder. was freilich mehr geschah,brauchte die schönen Säulen und Archirrave der verfallenden Monumentedes Heidenthnms. um seine Kirchen damit zu schmücken. So sind garviele Kirchen der ewigen Stadt mit den schönsten Hallen korinthischer undionischer Säulen aus römischen Tempeln und Palästen geschmückt DieseWahrnehmung warnt, wenn es sich von neuen architektonischen Versuchenhandelt, vor der Sprödigkeit modern christlicher Architekten. die es fastfür eine Todsünde halten, die Leistungen altklasstscher Architektur in denreinsten Formen ihren Werken einzuverleiben, und nichts besseres zu thunfinden, als sich dabei zu den Verzwergtcn Formen zu wenden, zu welchensich die aus dem Alterthum hervorgcgangene Architektur wie zu einerCarrikatur der altklassischen verwandelt hat. (Man vergl. „Ueber dieneuen Bewegungen auf dem Gebiete der Baukunst." Augsb. Allgem.Jig. Beil. Nro. 120. 1851.) D. B.