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25/000 Biographien zählte und doch erst bis zur Hälfte deS Okto-ber fortgeschritten war / unterbrochen/ wird sie neuerdings fort-gesetzt. Die Legenden waren gewissermaßen eine Erhebung derEinbildungskraft wider die moralische Verkommenheit der Zeitund mit Vorliebe ließen sie die Güte/ die Gerechtigkeit hervor-trete»/ welche auS der wirklichen Welt verschwunden waren; diezarten/ gefühlvollen Schilderungen waren den frommer Erhebungbedürftigen Gemüthern eine willkommene Speise. Für daS sograusam bewegte Leben jener Zeit mußte die Hinweisung auf denBeistand/ welchen die Vorsehung dem Gläubigen unausgesetzt ge-währt/ ein hoher Trost sein. In der heiligen Schrift waren derPhantasie durch den Glauben Schranken gezogen/ in den Legen-den hemmte nichts ihren Flug/ hinderte sie nichts/ ihre Ver-ehrung je nach den Zeiten von den Märtyrern auf die Einsiedler/von den großen Bischöfen auf die großen Künstler/ auf die großenDichter/ endlich auf die neuen Apostel einer neuen Zeit zu über-tragen.
Fünfzehntes Kapitel.Wie schönen Künste.
ES kann nicht in Abrede gestellt werden/ daß die römischeArchitektur mit ihren Bogenwölbungen in die Schönheit der ge-raden Linien/ planen Flächen und eckigen Formen Griechenlandseinige Mannichfaltigkeit brachte/ doch aber war ihr eigener Ver-fall ein sehr rascher. Bereits ist der von TiberiuS seinem Vor-gänger errichtete Triumphbogen übermäßig breit und ruht aufPfeilern aus Mauerwerk mit zwei magern Säulen und einemschlecht gesetzten Giebel zwischen beiden. Der Triumphbogen T r a-janö zu Ancona leidet an dem entgegengesetzten Fehler/ indemer zwischen den Säulen förmlich zerdrückt ist; überdem sind nochdie sehr hohen Unterlagen mit unbedeutenden Gesimsen überladen.Ein noch geringeres künstlerisches Bewußtsein verräth das viel-leicht unter Alexander SeveruS erbaute Thor der Borsarizu Verona mit seinen Säulen mit gewundenen Auskehlungen undden abwechselnd runden und dreieckigen Blendeugicbeln. Im Pa-