Band 
Fünfter Band.
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heiten ansehnlich zugenommen/ ohne daß sie darum umfangreichergeworden wären; deßhalb konnten sie auch nicht wohl in christ-liche Kirchen umgeschaffen werden/ in welchen das Volk sich ver-sammeln sollte/ um am Gebete oder Opfer Theil zu nehme«/ umdie Wahrheiten des Glaubens und die Vorschriften der Sitten-lehrc zu vernehmen; hiefür waren größere Räume nöthig undman fand es angemessener/ die Basiliken für den neuen Kultuszu verwenden.

Basiliken.

Man erinnert sich/ daß dies bedeckte längliche Vierecke warenzum Gebrauche der Handelsleute/ der Redner und der Rechts-pflege; Plinius*) zählte deren achtzehn in Rom. Die Tempelwaren äußerlich von Säulenreihen umgeben/ bei den Basilikendagegen waren äußerlich nur die nackten Mauern sichtbar; imInnern wurden sie in drei Schiffe getheilt durch zwei ReihenSäule»/ die am Eingänge zu einem um einige Stufen erhöhtenund mit einer Bogenrundung in Blendenform bedeckten Halbzirkelführte«/ der griechisch ubsis, lateinisch Drillunul hieß. Hier saßder von den Richtern umgebene Magistrat; auf beiden Seitenbefanden sich zwischen dem Tribunal und den Säulengängen Quer-fäle (Okulcitlicu) für die Advokaten/ Schreiber/ Sachverständigen.Einige dieser Basiliken hatten Balköne oder Emporbühnen zurBequemlichkeit der Zuschauer. Diese Gebäude nun waren hinsicht-lich deS Raumes wie der Eintheilung für die Versammlungen derChristen überaus angemessen. Der Altar ward in die Mitte desTribunals gestellt/ der Bischof nahm den Stuhl des Magistrats einund der Klerus umgab ihn; den übrigen Raum füllten die Gläu-bige«/ die Männer daS südliche/ die Frauen das nördliche/ dieKatechumenen daS Mittelschiff; die Emporbühnen waren für dieWittwen und frommen Jungfrauen bestimmt. Als jedoch daSChristenthum / aller Hemmung und Fesselung ledig / einen freienAufschwung nehmen konnte/ baute es sich seine eigenen Kirchen.Als der Papst LiberiuS mit einem Senator über seinen Plan/die Kirche 8. Nripiu iiuiKAiore zu erbauen (352) sprach/ sielSchnee mitten im Monat August und ein Engel zeichnete in dem-selben den Plan der neuen Kirche. Diese Legende beweist / daßman der Architektur der Kirchen einen höher» Ursprung als die

*) Uist. vLt. VI, 33.