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Beduinen *). Im Acußern gleichen sie den übrigen Araberm nurdaß ihre schwarzen Augen feuriger strahlen; die Züge ihres sonn-verbrannten Gesichts sind dagegen minder ausdrucksvoll und ihrKörperbau ist minder kräftig/ wofür sie jedoch eine außerordent-liche Gewandtheit besitzen; auch sind sie von Kindheit an gewohnt/ein Pferd zu lenken und mit Bogen und Lanze zu handlhieren;ihr Geist ist aufgeweckt/ ihr Charakter stolz und unabhängig. Diemeisten Beduinen durchstreifen die syrische Wüste nach allen Rich-tungen ; einige ihrer Stämme verweilen beständig in den Gränz-marken der Wüste/ am Saume des fruchtbaren LandeS/ andereführen nur in der schlechten Jahreszeit ihre Heerden näher andie Gefilde IrakS oder ChaldäaS/ oder ziehen bis an die GränzenSyrienö hinauf. So gleicht ihre Lebensweise der patriarchalischen;wo sie Quellen und Weiden für ihre Heerden finden / verweilensie/ bis ihre Thiere keine Nahrung mehr haben/ worauf sie weiterziehen und an einem andern Orte ihr mitunter 800 Zelte starkesLager aufschlagen; diese aus Ziegenhaar verfertigten Gezelre habenzwei Abtheilungen für die beiden Geschlechter; daS Oberhauptder Familie pflanzt seine Lanze vor dem Zelte auf/ und bindetsein an den Füßen gefesseltes Pferd daran fest/ während die Zie-gen und Kameele sich ringsum lagern. Die Kleidung der Bedui-nen besteht in einem Hemde aus grober Baumwolle/ worüber dieReichen ein seidenes Uebcrhemd tragen/ die Meisten jedoch einenwollenen Mantel doppelt so lang als ihre Statur und
mit Oeffnungen für den Kopf und die Arme versehen. Das Hauptbedeckt der Kcffie/ ein Tuch/ dessen einer Zipfel den Nacken/ diebeiden andern die Wangen bedecken; ihre Haare / die sie nichtschneiden/ fallen in langen Flechten über die Schultern herab.AlS Waffe führen sie den Säbel und zuweilen eine Keule/ stetsaber den Djerid/ eine Art Wurfspieß / den sie mit wunderbarerGewandtheit handhaben. Die fast ebenso gekleideten Frauen legenniemals den Schleier ab und bedecken sich mit Ringen, Armbän-dern/ Ohrgehängen; die/ wie die der Männer/ nackten Hände undFüße färben sie gelb/ die Nägel roth/ die Augenbrannen schwarzund nicht selten zeichnen sie sich Figuren auf den Körper. Dieshindert jedoch die arabischen Liebenden und Dichter nicht/ sieschön zu finden/ ihre sanften und schmachtenden Augen mit denen
Hütte, Zelt. Beduy, Bewohner der Ebene, der Wüste.