Band 
Fünfter Band.
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Kur; vor Muhammed war die Himjaridische Schrift, so nachder damals in Nomen herrschenden Dynastie genannt, in Gebrauch,ftäter, in dem Jahrhundert der Hedjier, die cufische, deren Cha-raktere auf Schaafs- oder Kameelknochen eingegraben wurden,sodann die noch jetzt gebräuchliche, welche iisski heißt * *). Umdaö 4. Jahrhundert der Hedjira wurden, um manche Buchstabenvon den syrischen zu unterscheiden, die diakritischen Punkte ein-geführt ").

Poesie.

Ihre leben- und ausdrucksvolle, malerische Sprache, ihre leb-hafte und fruchtbare Phantasie und ihr leicht enthusiasmirrcsWesen erweckten in den Arabern schon frühe die Poesie, die ineiner Mischung von Versen und wohllautender Prosa besteht undwelcher das reiche und biegsame Idiom einen Ueberfiuß von Rei-men darbietet; häufig ist die Prosa poetischer als die gebundeneRede, aber auch ebenso häufig mit Gedankenspielen überladen, diedem Geiste Unterhaltung gewähren, das Gemüth jedoch kalt lassen.Stand ein neuer Dichter auf, so war dieses ein Fest für denganzen Stamm; seine Freunde wurden zu einem Freudenmahlegeladen, und unter Trompetenklang ward der Ruhm des neuenDichters verkündet. Alle Nationalsänger versammelten sich aufden Messen von Okkad in der Landschaft von Mekka, um einenSängerkrieg zu halten und sangen ihre in Goldlettern geschriebe-nen Dichtungen an den Pforten'der Kaaba und im Schatz desKönigs, wo auch 7 iiwkUInünS oder Dichtungen aus der Zeitvor Muhammed aufbewahrt wurden, die den Ruhm ihrer Ver-fasser gegründet hatten. UebrigenS ist die Poesie der Araber keineKunstdichtung, wie unsere moderne, beruht nicht auf mythischenFiktionen, wie die der Griechen und Inder, sondern ist der freie,ungekünstelte Ausdruck glühender Leidenschaft, ungestümen Ver-langens, Regungen der Liebe oder der Rache, nährt sich von Pa-

Das Xesli.! soll nach der Behauptung Einiger erst um das Zahr 1000erfunden worden sein, doch ist es erwiesen, daß es neben der custschenSchrift bereits in den ersten mnhamedanischen Zeiten gebräuchlich war.Die pariser Nationalbibliorhek besitzt einen Koran mit einer Note v. I.181 d. Hedj. (797) in Neski-Schrift.

*6) Da diese Punkte sich weder in Inschriften noch aus Münzen vorfin-den, ist deren Entzifferung sehr schwierig, daher auch die oft merkwürdigabweichenden Erklärungen der Orientalisten.