644
verschließend/ entzog ihm seinen Schutz nicht. Da er jedoch nichtmächtig genug war/ ihm wider den Zorn der ganzen vcrschwornenFamilie beizustchen/ redete er ihm dringend z»/ so lieb ihm seinLeben sei/ von seinem Unternehmen abzustehen. Aber mir der Ent-schlossenheit/ die des Neuerers/ der seine Ideen verwirklichen wichunerläßlichste Eigenschaft ist/ entgegnete Muhammed: Und wennsie mir die Sonne in die rechte/ den Mond in die linke Handgäben/ würde ich meiner Sendung nicht entsagen! Er zog sichindeß an einen abgelegenen Ort zurück; alS er jedoch hier dieihm von einem Verwandten/ Am;»/ einem Sohn Abdol-Mo-tallebs/ angethane Beleidigung mit seinem Jagdspieße an demFrevler rächte und die Blutrache ihn bedrohte/ bekannte er sichin ihrer Gegenwart als Moslem *). Die erzürnten Koreischitenbeschlossen nun ernstlich den Tod des Neuerers und der wildeOmar machte sich auf/ das blutige Werk zu vollziehen. AlS erjedoch unterwegs bei einer seiner Schwestern einkehrte und da-selbst zufällig einige Suren aus dem Koran lesen hörte/ ward erplötzlich aus einem eifrigen Verfolger ein nicht minder eifrigerJünger des Propheten. Dieser gründete sein Apostolat zunächstauf den Koran/ den ihm in einzelnen Kapiteln (Suren) der En-gel Gabriel brachte / sodann auf die alten Ueberlieferungen / in-dem er Abraham/ Jsmael und die Patriarchen überhaupt alsMoSlemim darstellte/ und Andere/ wohl auch sich selbst^) / zu
Bon >Io8lemon, Participium des Zeitworts ssilam», Gott ergeben sein(davon Zslam). Die Muhamedaner nennen sich unter einander mn-minin, Gläubige, Getreue, weshalb die ersten Nachfolger des Prophetenden Titel Emir al-muminin, Fürst der Gläubigen, annahmen, /tl-Kornn bedeutet die Lesung. Der Koran wird auch Kitab oder Kitab-Allah, Buch Gottes, Kelam Scherryt, das h. Wort u. s. w. ge-nannt.
"*) „Da jeder Schwärmer sich zuerst selbst betrügt, dann andere, so läßt sichunmöglich angeben, was in Muhammeds Aeußerungen von wahrhaf-tem Gefühle, was von geglaubter Einbildung und phantastischer Selbst-täuschung, und was von absichtlichem Betrüge herrührte." Hortig,Handbuch der christlichen Kirchengeschichle. Dazu macht Damberger(A. a. O. Bd. 1, S. 318) die Bemerkung: „Das immerhin zugegeben,ist doch Muhammed eine so ungewöhnliche und räthselhaste Erschei-nung, daß man nimmermehr vom christlichen Standpunkte aus verkennenkann, wie alle Macht der Hölle sich anstrengte, so etwas hervorzubringen,und keiner unter den Jrrlehrern und Verführern dürfte stärker als dieser