Band 
Fünfter Band.
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höheres Ansehen zuwenden, weil Gott selbst sich ihrer bediene.UebrigenS empfiehlt er auch in einzelnen Stellen geistige Bildung.Alles Böse, sagt er, entsteht auö der Unwissenheit, und doch gibteö noch ein Größeres, Schlimmeres als diese, nämlich unwissendzu sein über seine Unwissenheit. Der Unwissende merkt nicht aufdas, was um ihn her vorgeht oder was Andere thun; besitzt erEine Tugend, so glaubt er deren Hunderte zu besitzen; hat ertausend Fehler, so kennt er doch keinen einzigen. Auch führte erbeständig den Spruch im Munde: Die Unwissenheit ist ein schlech-ter Klepper, der den Reiter wie den Leiter lächerlich macht.

Er war geduldig im Unglück und, was noch mehr ist, imGlück. AlS er den Tod seiner Tochter Bakia erfuhr, rief eraus: Gott sei gepriesen! AlS Wohlthat müssen wir auch den Todunserer Kinder von ihm annehmen. Grausam, wenn seine Sicher-heit es erforderte, wußte er auch zu verzeihen, begegnete demFeinde mit Großmuth und beobachtete die Verträge aufs Ge-wissenhafteste. Räch den Aussagen der arabischen Schriftstellerübertraf Muhammed alle andern Menschen in vier Dingen, inTapferkeit, beim Kampfe, in Freigebigkeit und in männlichemVermögen. Bis zum fünfzigsten Jahre blieb er Khadijah ge-treu, die er als die Begründerin seines Glückes betrachtete undbis an ihr Lebensende in hohen Ehren hielt; er versetzte sie unterdie vier Frauen, die er Spiegel der Tugend nannte, neben Maria,der Schwester Mosis, Maria, der Mutter Christi, und seinerTochter Fatime. Nach ihrem Tode nahm er nach einander fünf-zehn Weiber, obgleich er im Koran den Gläubigen nur vier ge-stattete. Er ließ sich sogar vom Himmel die Erlaubniß und denBefehl ertheilen, das Weib eines Andern zu nehmen, und hieltausser seinen Weibern noch eilf Beischläferinnen, Als ihn Afssa,die Tochter Omars, bei einer kophtischen Sklavin überraschte,die ihm der egyptische Statthalter zugesandt, schwur er, er werdediese Sklavin nicht mehr berühren und Omar solle nach Abu-Bekr die Gläubigen beherrschen, wenn sie über das VorgefalleneStillschweigen beobachte. Aber sie vertraute das Geheimniß derAiesa und diese wieder ihrem Vater Abu-Bekr an. Mu-hammed, der es entdeckte, verstieß nun die Afssa und hielt sichauch von seinen übrigen Weibern einen Monat lang entfernt.Bei diesem Anlaß erschien die Sure, welche den Moslemen ge-stattete, ihre Schwüre nicht zuhalten. Die der Afssa auferlegteStrafe war um so härter, als sie nach dem Propheten kein an-