Band 
Fünfter Band.
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währen. Die orientalische Phantasie erging sich in der Ausmalungder schrecklichen und erhabenen Einzelheiten der Auferstehung undeS wäre eine große Aufgabe/ selbst übersichtlicher Weise die sehrabweichenden Traditionen über das Gericht/ welches über allelebenden Wesen / Engel/ Genien / Menschen und Thiere/ ergeht/aufzuführen. Nachdem die Lasterhaften und Gerechten in foltern-der Angst werden lange Zeit geharrt haben/ wird Gott erscheine»/um Jedem sein Urtheil zu sprechen. Da Abraham / Noe / Jesusdas Vermittleramt ablehnen/ wird Muhammed dasselbe über-nehmen. Da werden die Menschen Rechenschaft geben müssen überdie Verwendung ihrer Zeit/ ihrer Habe, ihres Körpers, ihresWissens. Wollen sie ihren Fehl auf Seele oder Leib allein abwäl-zen/ dann wird ihnen Gott das Mährlein vom Blinden und Lah-men entgegenhalten, die sich gegenseitig unterstützten, um den ih-rem Schutz anvertrauten Weinberg zu berauben, und einer wieder andere verdammt wurden. Gabriel wird die Waage halten,deren Schaalen, die so groß sind, daß sie Himmel und Erde fassenkönnen, über der Hölle und über dem Paradiese hängen. DieMenschen müssen über die Brücke gehen, die so schmal

ist, wie das dünnste Haar, und während die Gerechten mit Leich-tigkeit darüber hinschreiten, stürzen die Lasterhaften in den untengähnenden Höllenschlund hinab. Muhammed verläugnet den ehe-maligen Handelsmann nicht, da er das Paradies als daö Ergeb-niß eines HandelS darstellt: „Gott kaufte von den Gläubigen ihrLeben und ihre Habe, indem er ihnen alS Preis daS Paradiesgab. Freuet euch über diesen Kauf und über den Preis, um wel-chen ihr euch gelöst habt, weil der Nutzen daö Paradies ist."Muhammed wird zuerst vor Allen in dasselbe eingehen und diePropheten hier der höchsten Genüsse theilhaftig werden, sodanndie Gelehrten und Prediger, endlich die klebrigen nach dem Maßeihrer Verdienste. Jedem Gläubigen werden 72 schwarzäugige, stetsjung und jungfräulich bleibende Houris zu Theil. Die wollüstigePhantasie Muhammeds, welcher hinsichtlich des LooseS desSterblichen stach dem leiblichen Tode so viele Ideen den Judenund Magiern entlehnte, wußte sich nicht höher als zu einer derb-sinnlichen Schilderung des Aufenthaltes der Seligen zu erheben.

Zwischen dem Paradiese und der Hölle befindet sich eineScheidungSmauer (.LI-vrk), die jedoch den Seligen und Ver-dammten einen gewissen Verkehr gestattet. Sieben Pforten füh-ren in die Hölle und zu den verschiedenen Strafen. Die erste ist