Band 
Fünfter Band.
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Gcbct und Enthaltsamkeit zugebracht werden; von einfallenderNacht jedoch,' bis es so hell wird/ daß man einen schwarzen voneinem weißen Faden unterscheiden kann/ ist nicht nur die Labungmit Speise und Trank/ sondern auch jeder Genuß/ ja jede Schwel-gerei erlaubt. Der Geruch aus dem Munde dessen/ der fastet/ istvor Gott angenehmer als Moschus. Für die strengen Fasten die-ses Monats (in welchem der Koran gegeben worden) entschädigtman sich beim daraus folgenden Bairamsfeste *); da das muham-medanische Jahr ein Mondjahr ist/ fällt der Monat Ramadhan ab-wechselnd m alle Jahreszeiten/ und die für ihn gegebenen Vor-schriften werden im hohen Sommer äußerst lästig; freilich suchensich die Reichen die Beschwerlichkeit zu erleichtern/ indem sie denTag über schlafen und die ganze Nacht hindurch an wohlbesetzterTafel schwelgen.

Aller Zeit ist eS verboten/ vom Schweine/ Hasen oder irgendeinem erstickten Thiere und Blut zu essen / Wein und andere ge-gohrene Flüssigkeiten zn trinken. Daö Bestehen deS letztem Ver-bots hat nichts Beschwerliches in Arabien; vielleicht aber hatteMuhammed dabei im Auge/ daS Opfer der Eucharistie in seinerGrundlage anzugreifen. Auch Hazardspicle werden wiederholtverboten/ namentlich das LooSziehen durch Pfeile. Als die Arabernoch Heiden waren/ steckten sie/ wollten sie einen Zug unterneh-men / drei Pfeile in einen Köcher; auf dem einen stand: Gottbefiehlt eS; auf dem andern: Gott verbietet eS/ der dritte hattekeine Inschrift; hierauf zogen sie von diesen Pfeilen einen ausdem Köcher und faßten darnach ihren Beschluß. Zum anderntheilten sie ein Kameel in 28 Theile/ und bezeichneten 10 Pfeilemit 1/ 2/ 3 Einschnitten und so fort bis zum 7. / während die 3letzten ohne Einschnitte blieben. Denen die gekerbten Pfeile durckssSLooS zufiele«/ erhielten eben so viele Antheile vom Kamcele, alsihr Pfeil Einschnitte hatte; diejenigen / welche die ungekerbten

*) Die beiden muhammedanischen Hanptfeste sind die Bciramfeste; das einegilt als Erinnerung an Abrahams Opfer, das zweite als lustiges Endeder Fastenzeit; dieses heißt das kleine und fällt auf den Anfang des Mo-nats Shewwal oder Lawal; der große Beiram wird am 10. Tage desWallfahrtSnwuats Dyhhagia feierlich zu Mekka begangen. wo die Pilgerim Thale Mina opfern, während jeder Moslem in seinem Hause wenig-stens einen Hammel schlachtet und zum Mindesten ein Drittel davon denAxmey überläßt.