Band 
Fünfter Band.
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wissend und arm, wie vor der Zeit deS Propheten , weidet seineHeerden oder beunruhigt durch seine Raubzüge die Bewohner vonPalästina/ Syrien und Irak.

Uebte aber der Man, aus das Land/ in welchem er entstand/keinen Einfiuß auS/ so machte er sich ausserhalb desselben um sobemerkbarer. Muhammed wurde der Sohn des Schwertes ge-nannt/ während Christus der Sohn des Menschen hieß. Warjener mild und wohlwollend für seine Anhänger/ so zeigte er sichhart/ unbeugsam wider die Feinde seiner Lehre und behielt dasalte Recht des Siegers bei/ welches den Besiegten körperlich zumSklaven macht oder ihm in seinem Gewissen Gewalt anthut.Schlägt der Moslem seinem Gefangenen nicht zu Ehren des Pro.pheten den Kopf ab/ so bindet er ihn an den Schweif seinesPferdes, bis er sich in die Knechtschaft ergeben hat. Die Heilig-keit der häuslichen Liebcsbandc wird vernichtet durch die Viel-weiberei und die Leichtigkeit der Ehescheidung; das Vermögendes Vaters wird unter mehrere Familien zersplittert und diemütterliche Zärtlichkeit wird durch die Eifersucht der Gattin unddie Abgunst der Stiefmutter erstickt. Schauder ergreift uns obdem ganz gewöhnlichen Brudermorde in den Herrscherfamilien/und zwischen der zärtlichen Zuneigung/ welche bei uns die Mit-glieder einer Familie aneinander kettet, und einer muhammedani-schen Haremsgenossenschaft herrscht ein gar großer Unterschied.Hier flößt die eheliche Gemeinschaft und die Vaterschaft keinezärtlichen Gefühle ein, die Kinder werden schon in der Wiegevom Haß und der Rachsucht der Mutter betroffen; daher die un-aufhörlichen Intriguen/ deren natürliche Entwicklung der Mord ist.

Die Enthaltsamkeit vom Weine *) in einem Lande, welcheskeinen hervorbringt, das tagelange Fasten unter einem Fcuerhim-mcl, der den Menschen nöthigt, den größten Theil des TageS zuverschlafen, waren nur illusorische Entbehrungen, aber sobald derMoslem seine siegreichen Waffen in die lieblichen Gefilde undunter den milden Himmel Persiens und Kleinasiens, auf die Inselnmit den herrlichsten Weinpflanzungen trug, mußten ihm jene, imWiderspruch mit den natürlichen Neigungen stehenden Vorschriftenhart und drückend erscheinen, und die Folge war, daß der ursprüng-lich muntere Charakter des Sarazenen düster und grausam wurde.

Der Wein wird im Koran Mutter der Erniedrigung^ (ammul-oknbai)genannt.