Band 
Fünfter Band.
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der h. Karawanen nach Mekka beworben, der Khakis aber dieseStelle seinem Bruder Al-Mansur verliehen. Abu-Moslemamachte nicht nur seinem Aerger in heftigen Worten Luft, sondernzog auch, um den neuen emir lluäji zu demüthigen, vor ihm hermit einem großen Gefolge und 200 belasteten Kameelen, hielttäglich zweimal für die vornehmsten Pilger offene Tafel und be-schenkte sie nach jedem Mahle. Al-Mansur aber vergab ihmdiesen Schimpf nicht, bediente sich zwar als Khalife seines ta-pfern Armes, aber als der Feldherr in Khorassan fast wie einunabhängiger Fürst auftrat und verehrt ward, lud er ihn an denHof und ließ ihn meucheln.

Hadhi. 785.

Bei aller seiner Lebenslust war Mahadi ein grausamerVerfolger der Aliden und der Christen, im klebrigen aber gerechtund staatsklug, wie er denn u. A. die Statthalier von Zeit zuZeit wechselte, um sie nicht übermächtig werden zu lassen. Durchdie Tapferkeit seines Sohnes Harun führte er auch mit GlückKrieg in Syrien und legte dem griechischen Reiche einen Tributauf. AlS er, wie eS heißt, durch die Eifersucht einer seinerFrauen vergiftet, starb, hätte Harun zum Nachtheil seines älternBruders Musa-al-Hadhi, der sich ferne befand, leicht derRegierung sich bemächtigen können; statt dessen aber vertrat eraufs Kräftigste die Rechte des Abwesenden. Als dieser jedochbereits nach 13 Monden, wahrscheinlich keines natürlichen Todes,starb, bestieg Harun den Thron, der, obgleich nichts wenigerals gerecht, durch seine Hofpoeten der Gerechte (Alraschid) ge-nannt, die größte Berühmtheit der Abassiden, der letzte ausge-zeichnete Khalif und auch im Abendland durch die orientalischenMärchen und die Erzählungen der Tausend und Einen Nachtgewissermaßen populär ist *).

*) Daß die gewöhnlichen Ansichten über diesen Khalifen wirklich der orien-talischen Zauber- und Märchenwelt entnommen sind und nicht auf histo-rischen Anschauungen beruhen, ersehen wir aus Weil's gründlicherForschung, die in diesem hrchgepriesenen Herrscher eine Härte undDespotie aufdeckt, welche nur morgeuländische Dichter und Märchen-erzähler nicht verabscheuungswürdig finden kennen. Harnn verdankteinen Theil seines Ruhmes den berühmten Männern, die zu seiner Zeitlebten, dem Verfall des Reiches und der Hauptstadt, der gleich nach sei-