Band 
Fünfter Band.
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Die Dichter im Einzelnen zu charakterisircn wäre schon deßhalbsehr schwierig, weil die Orientalisien über den Werth derselbenganz verschiedener Ansichten sind/ so daß der nämliche Dichtervon dem Einen über Alle gepriesen/ von dem Andern kaum derErwähnung werth befunden wird. Obgleich man gesucht hat/zwischen den arabischen Dichtungen und den ersien/ in den neuenSprachen Europa's geschriebenen Poesien oberflächliche Beziehun-gen nachzuweisen / so isi eö doch gewiß der Wahrheit gemäßer/daß die seltenen Aehnlichkeiten im Ausdruck lediglich zufällig sindund daß nicht einmal angenommen werden kann/ unsere Dichterhätten die Absicht gehabt / die orientalischen nachzuahmen. Eherzeigte sich deren Einfluß in den Ritterromanen/ so wie wir ihnenwahrscheinlich auch die Zaubermährchen verdanken. Mit ihrergroßen Neigung / Geschichten zu hören und zu erzählen / schufendie Araber eine reiche Literatur an solchen/ die jedoch nicht vonKriegSabenteuern/ sondern von Feen/ Schätzen / Handelsreisen/Kunst und Luxus/ von Fürsien und Kaufleute»/ Königinnen undDerwischen und OdaliSkcn / selten von Kriegern / und dann nurum Schrecken einzuflößen/ handeln. Sie verstehen die Theilnahmeanzuregen und zu fesseln/ aber stets nur durch die Kunst der Com-bination/ nicht durch Verfolgung des Ganges der Leidenschaften.Die unter den Arabern verbreimsie Märchenfammlung isi die der//Tausend und Einen Nacht" *) / von der man in Europa kaumden sechSunddreißigsien Theil kennt.

In der Philosophie fand ihr grübelnder Geist Geschmackan der peripamischen Metaphysik und Logik/ dabei glaubten sie

und der Universitätsbibliothek zu Leyden, hsrausg. v. Fd. Wüstenfeld,Göltingen 1851. ülakamat, or Nliewrivul ^»«eäotes »1 »I Uariri ol'Nosra. 1'ransl. ti-om Ute oriKin. .1ra b., rvitl» /Innotutions bv 1'I>.presto», P,on6. 1851. IIin ÜILIilr /1Ik',>.jal> «armen rllckaotioni»KrammaUvum et in .llkvf aam commentni ius guein conseripsit Ibn.1le i I. Lx libris impressis orientitllbus et luunnscriptis e«I. 1' r.Uieterlal et«. t-ixs. 1851. D. B.

Hammer hält dieselbe für persischen Ursprungs und für sehr all, denner schreibt sie der Königin Humai, der Parysatis des Herodot zu,abgesehen natürlich von vielen Veränderungen und Interpolationen. Dergelehrteste Orientalist unserer Zeit, S. de Säet), hat auch über dieseSammlung in den Denkschriften der Akademie der Inschriften gesprochen.Ueber die orientalische Literatur überhaupt isi zu vergleichen Günther-Wahl, Allgemeine Geschichte der morgenländischen Sprachen und Literatur.

Cantu, Weltgeschichte V. 48