Band 
Fünfter Band.
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zuerkennen, sollte Papst SergiuS auf deS Kaisers Befehl er-griffen werden, aber das römische Volk beschützte seinen Oberhirten.In seiner eigenen Hauptstadt ließ Justinian seine Günstlingeschalten und walten, ja der Eunuchcnvorsteher Stephan durftees wagen, der Kaiserin Mutter, Anaftasia, mit Peitschenhiebenzu drohen. Seiner Grausamkeit und Habsucht Ströme von Blutopfernd, verschwendete er die in solcher Weise zusammengerafftenSchätze in Prachtbauten, und zum großen Aergerniß des Volkesließ er eine Kirche abbrechen, um für ein Theater Raum zu ge-winnen. Zudem überließ er sich den grausamsten Ausschweifungen.Und da er wohl wußte, wie sehr er gehaßt war, gab er endlich,eine Volkserhebung fürchtend, dem Präfekten der Stadt Rus-ciuS den unsinnigen Befehl (693) zu einem allgemeinen Hin-schlachten der Bürger, mit dem Patriarchen angefangen. Abereiner der hauptsächlich dem Tode Geweihten, nämlich LeontiuS,wußte den mörderischen Anschlag zu vereiteln. Von den Astro-logen, der allgemeinen Aufregung wider Justinian und seinemEhrgeiz ermuthigt, faßte er den Plan, sich der höchsten Gewaltzu bemächtigen. Mit seinen Garden dringt er in das Prätorium,unter dem Vorgeben, es folge ihm der Kaiser, befreit die Ge-fangenen, die er sofort bewaffnet, appcllirt an das Volk und so-fort erschallt das Geschrei: Tod dem Justinian! längs der Uferdes Bosporos. Der verlassene Tyrann wird im Palaste überraschtund vor das im Circus versammelte Volk geführt, welches auf seineHinrichtung dringt, aber auf Lc orniuS Bitten ergeht über denEntthronten der Spruch, an Nase und Ohren verstümmelt, umihn unfähig zu machen, wieder den Thron zu besteigen, in denChersoneSverbannt zu werden. Justinian war 25 Jahre altund hatte 9 Jahre regiert.

Leonmis V95—07.

Leontius, nunmehr Kaiser und wohl wissend, nur durchWaffenglück auf dem Throne sich erhalten zu können, schickte so-fort nach Afrika das stärkste Heer, welches das Ostreich seit lan-ger Zeit aufgeboten hatte. Und doch verhinderte dasselbe wederden Verlust von Karthago noch die Vernichtung der römischenHerrschaft in dem Lande, wo Seipio sie vor 840 Jahren be-gründet hatte. Da hielten die griechischen Heerführer es für dasGerathenste, um der Verantwortung überhoben zu sein, dem Leon-tius die Treue zu künden und einen Hanptmann der Garde zumKaiser auszurufen, der seinen Namen Apsimar in den Unheil-