Band 
Fünfter Band.
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des Klerus, die mit dem wahren Kreuze einen überaus ernst undeindringlich abgefaßten Schwur leisteten, ward auf dem Haupt-altare der Sophienkirche niedergelegt. Und kaum einen Monatnach dieser feierlichen Handlung ward eine Verschwörung desCäsars Nikephor gegen das Leben Leo's entdeckt l Aber dergütige Kaiser, den man drängte, nicht blos seinen schuldigenSchwager, sondern auch dessen unschuldigen Bruder hinrichten zulassen, erklärte: Mit Nichten! Ich verzeihe dem schuldigen Ni-kephor um Willen deS unschuldigen Christophs r. Er begnügtesteh damit, jenen nach Chcrson zu verbannen. Der übrigens geistigund körperlich schwache Leo führte mit einigem Erfolge denKrieg wider die Araber, welche aus Rache die Kirchen in Sy-rien zerstörten; dafür ward ihm die Freude der Bekehrung desBulgarcnkönigs Elerich, welcher in einem Aufstande seinesVolkes nach Constantinopel fioh und sich beim Kaiser dermaßenin Gunst setzte, daß er ihn zum Parrizius und Gatten der Schwe-ster der Kaiserin erhob. Indeß trat auch dieser Kaiser, wenngleich weniger selbstständig handelnd als seine Vorgänger undviel mehr mißbrauch: von einer heillosen Faktion, als religiöserEiferer, als Feind der Verehrung der h. Jungfrau und der Hei-ligen auf. Als er im Betzimmer seiner Gemahlin Irene einHeiligenbild fand, wurden die Hofbcamten aus ihrer nächstenUmgebung aufö Schimpflichste behandelt, so daß einige unterder Mißhandlung starben, und die Kaiserin vom Hofe entfernt.Um so größer« Gla«ben fand unter dem Volke das Gerücht, alsLeo eine vom Kaiser Mauritius geschenkte kostbare Krmie vomAltar der Sophienkirche genommen und sich, wohl im Scherz,aufgesetzt habe, seien plötzlich Pestbeulen an der Stirne hervor-gebrochen, denen rasch der Tod folgte (780, Sept.).

Cmistiintiii IV Porphyrogeneta. 780.

Anstatt seines minderjährigen Sohnes Constantin, Por-phyrogeneta (im Purpur Geborner) zubenannt, ergriffJreneals ReichSregentin die Zügel der Regierung; gleich Anfangsward dieselbe getrübt durch eine Verschwörung von Senatorenund andern Großen, anderen Spitze abermals Nikephor stand,der sich jetzt einen großen Zulauf von Bilderhassern versprechenmochte, da Irene aus ihrer streng katholischen Gesinnung keinHehl machte. Die Kaiserin unterdrückte jedoch die Verschwörungaufs Kräftigste und nöthigte, um das Uebel in der Wurzel auö-