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Daß die allen frommen Uebungen mit Eifer obliegende , diekirchlichste Gesinnunng ziir Schau tragende, Klöster und Spitälererbauende Kaiserin von den geistlichen Autoren wie eine zweiteHelena gepriesen wird, darf den Historiker nicht zurückhalten,diesem Lobe den Tadel ihres intriguanten Wesens, ihres mit denWegen zum Ziele es nicht allzu genau nehmenden Ehrgeizes undihrer großen Prunkliebe gegenüber zu stellen. Jedenfalls abererwarb sie sich große Verdienste um das byzantinische Reich, er-ließ heilsame Verordnungen zur Hebung des Handels, zur mäßi-geren Besteuerung der überlasteten Unterthanen, und wendeteüberhaupt dem von den Kaisern schrecklich vernachläßigtcn, aberausgcsaugten Volke eine mütterliche Sorgfalt zu; daß die Sara-zenen , auf die Schwäche eines WeiberregimentS bauend, einenRaubzug bis an die Thore der Hauptstadt unternahmen, konntesie jedoch nicht verhindern. Ihr Günstling Saturakius wolltesich mit dem zweiten Range nicht begnügen und strebte nach demhöchsten; allein die Kaiserin durchkreuzte seine Pläne, begnügtesich aber damit, eine Arr von Acht über ihn zu verhängen biszu seinem bald erfolgenden Tode* *). Karl d. Gr. schickte anIrene eine feierliche Gesandtschaft, um ihr seine Krönung zumKaiser des Abendlandes anzuzeigen und zur Besiegclung eines
Gebrauch, Bilder zu haben, aber nicht ihnen Verehrung zu erweisen;diese Verschiedenen Gründe machen den Zuhält der s. g. KarolingischenBücher aus. Papst Adrian aber erließ aus diese Schrift voll nichtigerGründe eine durch ihre Sanstmuth bewundernswürdige Antwort. Trotzderselben dauerte es jedoch noch lange Zeit, bis dieses Concil in Frank-reich angenommen wurde. (Vergl. ob. erste Note zu Leo). D. B.
*) »Im Febr. 7!)9 wußte Aetius die Irene ganz gegen Saturakiuseinzunehmen; sie hielt eine große Rathsversammlung im Saale Jusli-nians und sprach eine Art von AchtS-Erklärnng wider Saturakiusaus, einen Mann, der mit ihr fortan in derselben Stadt wohnte, dtrgrößte Beweis von Mangel an Energie in der Regierung. Saturakiusbewaffnete seine Anhänger, gewann von den Garden und Leibtrabanreneine große Anzahl durch reiche Geschenke, und vorn März bis Zuni wardie Kaiserin in ihrer eigenen Hauptstadt mit ihrem geächteten Verschnitte-nen in offenem Krieg begriffen, ohne daß weder er sie, noch sie ihn ver-drängen konnte, und vielleicht hätte dieses sonderbare Verhältniß nochlange gedauert, wäre nicht um die Zeit das Leben des Saturakiusdurch einen Vlutstnrz geendet und Irene von ihrer Furcht befreit wor-den, worauf Aetius einziger Günstling blieb." Schlosser. D. B.
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