816
starben Pipin (639) und Ega (640) fast zur nämlichen Zeitund erreichte sie keiner ihrer Nachfolger in'Regierungskunst undUneigennützigkeit. Um die Nachfolge PipinS stritten sich Gri.moald, dessen Sohn/ und Otho/ der Erzieher des Königö; dajedoch dieser von Lelitär, dem Herzog der Alemannen/ ermordetworden (642)/ wurde Grimoald Majordom. Er benutzte seineGewalt da;«/ die königliche Autorität den Großen gegenüber gel-tend zu mache«/ von denen sogar Nadulf den Namen einesKönigs von Thiningen angenommen. 14 Jahre lang handhabteGrimoald strenge Gerechtigkeit und erhielt stets ein gutes Ein-vernehmen mir dem König; als aber dieser starb (656)/ schloß erdessen Sohn Dagobert in ein irisches Kloster ein und versuchteseinen eigenen Sohn CHildebert auf den Thron zu setzen.
Chlodwig II.
Die Eifersucht der austrasischen Herren -ließ eö jedoch nichtzu; sie lieferten ihn mit seinem Sohne dem König ChlodwigauS/ welcher sie im Kerker zu Paris sterben ließ (656). AberErchinoald/ der Majordom dieses Fürsten/ trug sich mit nichtminder hochfliegenden Plänen. Nach einer uneingeschränktenHerrschaft strebend/ zumal nach der Vereinigung der drei König-reiche und der drei Hausmaierwürden/ suchte er die Vornehmenzu demüthigen/ um auf deren Kosten die Klasse der kleinerenEigenthümer/ welche von den Baronen bedrückt wurden/ zu er-heben. Mit seinem Verfahren unzufrieden und durch ihn allerAutorität beraubt/ verfügte sich die Königin Nantehilde nachBurgund/ wo die Großen Flaochat/ fränkischen Stammeö/ zumHausmaier wählten/ dem sie die Hand ihrer Nichte gab. Nachdem baldigen Tode Flaochat'S stand jedoch Erchinoald aber-mals an der Spitze der drei Reiche, die er übrigens gewissenhaftverwaltete. Dem blödsinnigen Chlodwig gab er eine Jungfrauvon seltener Schönheit/ Namens Batilde/ zur Gattin/ die vonder englischen Küste durch Seeräuber entführt worden, aber sotugendhaft war und sich in dem Grade die allgemeine Liebe zuerwerben wußte- daß ihre Zeitgenossen ihr keineswegs ihren un-gewissen Ursprung zum Vorwürfe machten/ vielmehr behaupteten,sie entstamme königlichem Blute. Beim Ableben Chlodwigs(656) erhielt Erchinoald das Reich »»getheilt seinen SöhnenChlotar HI/ Childerich II und Theoderich I!I/ für welcheihre Mutter'Batilde als Vormünderin regierte/ während diese