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hinwieder sich folgsam von dem MajordomuS, dem Urheber ihresGlücks, leiten ließ. Aber auch dieser starb bald (660) und sofortbegannen Zwistigkeiten und die Theilung fand statt. Die GroßenNeustrienS und Burgunds erklärten sich für Chlotar und gabenihm zum Majordom den dem niedersten Stande entsprossenen,aber durch Ehrgeiz und GeisteSbcgabung hochgestiegenen E broin;die Austrasier aber setzten den Childerich auf ihren Thron undernannten den Herzog Wulfoald zum HauSmaier.
Batilde hatte manche wohlthätige und kluge Reformen ein-geführt ; sie hob das Kopfgeld auf, die ungerechteste aller Abgaben,weil sie das nackte Leben besteuert und weil sie die Franken da-hin brachte, der Ehe zu entsagen oder deren Früchte zu verkaufen;ferner ergriff die Königin kräftige Maßregeln wider das stmoni-stische Unwesen, tvelchcs ganz schamlos hinsichtlich der BiSthümerwie der bescheidensten geistlichen Würden im Schwünge war; siestiftete Klöster, die in den Kriegsstürmen Zufluchtsorte waren,dem nothlcidenden Volke eine große Erleichterung gewährten.Ihre mit Festigkeit gepaarte Milde war ein Zügel für die ehr-geizige Tyrannei EbroinS, weßhalb dieser sie endlich durchUeberredung oder Gewalt dahin brachte, den Schleier zu, nehmen*), worauf er, um der Krone die ihr abgcdrungenenRechte und Güter wieder zu verschaffen, zu den gewaltthäcigstenMitteln griff. Neun Bischöfe, viele Priester und die Häupter dermächtigsten Familien mußten sterben und nach dem Tode Chlo-tars (670) ließ er dessen, wahrscheinlich zum geistlichen Stand be-stimmten Bruder The oder ichL1I krönen, ohne die Großen auchnur zu befragen. Die Reustrier wagten keinen Widerstand, dieaustralischen und burgundischen Herren jedoch, welche fürchteten,
*) Im Frühl. 664 nach Pagi. „Nach den nnznverläßigen, nnr Erbauungbezweckenden Legendenschreiberu wäre die h. Batilde blos aus Begierde,ihr Heil sicherer zu bewirken, nicht achtend der Bitten und Thränen derSöhne, in's Kloster eingetreten zu Chelles (Cala) bei Paris. Dieselbenerzählen auch, Bgtilde sei, in England geboren, als Kind in die Skla-verei verkauft und Von dem Hausmaier Erchinoald, ihrem Herrn,gut gehalten, ja wegen ihrer ausnehmenden Tugend bald über sein gan-zes Haus gesetzt worden, beiläufig so wie Joseph über Puilphars. Wahr-scheinlichkeit gibt dieser schönen Geschichte, daß Batilde, seit 64g Kö-nigin, seit 657 Regentin, nach Kräften zuhalf. die Sklaverei im Franken-reiche aufzuheben, Von den Bischöfen berathen. Gesetze erließ und selbstvielen ihrer Leibeigenen die Freiheit schenkte." Damberger. D. B.
Cantu, Weltgeschichte. V. 52