Band 
Fünfter Band.
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und Nimeö geschleift und das Land verwüstet. Trotzdem traf Ocbaeinige Jahre später neue Vorbereitungen zu einer Unternehmungwider das Frankenland, aber eine Erhebung der Berbern nöthigteihn, seine Kräfte nach einer andern Seite hin zu verwenden, undfortan verhinderten die innern Zwistigkeiten der MoSlim, daß sieihre nördliche Gränze überschritten.

Nach so glänzenden Waffenthaten ward Karl Martell alsder Erretter Europa'S und des Christenthums begrüßt. Luit-prand schloß ein Bündniß mit ihm (749), Papst Gregor 111schickte ihm Geschenke und ernannte ihn zum römischen Patrizier.Um jedoch die Kosten seiner vielen und großen Kriege zu bcstrei-ten und um seine tapfern Ritter zu belohnen, scheute er selbstgewaltthätige Mittel nicht, griff er namentlich die Kirchen- undKlostergüter an. Die Chronik von Auxerre erzählt, er habe demBischof dieser Stadt kaum 100 Mansen (etwa 1200 Morgen) Landgelassen und sein übriges Gut unter sechs tapfere Bayern alSLehen vertheilt, waö auch beweist, wie reich die Kirchen dotirtwaren. Ebroin hatte keinen Anstand genommen, Kirchengut anWeltliche in emphyteutische Pacht zu geben, und häufig erhobendie Concilien Klagen über Benachtheiligungen solcher Art Seitensder Mcrovingcr. Diese Güter hießen, weil sie auf Bitte verlie-hen wurden, Prec arten und deren Inhaber betrachteten sichübrigens doch alS die Advokaten oder zeitlichen Vertheidiger derdurch sie beraubten Klöster oder Kirchen. Karl Martell ließdiejenigen, welchen er solche Beneficien verlieh, in seinem eigenenNamen schwören, ohne den König zu berühren. Er führte sogarhiebet den Lehcnseid ein: so sehr betrachtete er sich als den eigent-lichen Herrn der Franken, obgleich er niemals königliche Titeloder Abzeichen annahm.

An die unbeschränkte Autorität im Feldlager gewöhnt, übteer sie auch im Frieden aus, gab und nahm nach Willkür BiS-thümer und Abteien. Vom Rheimser Stuhle vertrieb er den h.Rigobcrt, der ihn getauft hatte, weil er in Anhänglichkeit anden König Chilperich 11 dem Karl die Thore seiner Stadtverschlossen gehalten, um einem einfachen Tonsurirren, NamensMild, der ihn in den Krieg begleitet, diese Insel zu verleihen,nachdem sich dieser adeliche Laie bereits Erzbischof von Trier undBischof von Laon nannte. Durch diese und ähnliche Eigenmäch-tigkeiten brachte er eine große Störung in die geistliche Disziplinund trug wesentlich zur Verschlechterung der Sitten bei; in Folge