Band 
Fünfter Band.
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Partei ergriffe»/ vergaßen sie nicht/ sich in den Besitz immer an-sehnlicherer Vorrechte zu setze«/ auf welchem Wege sich z. B. dieHerzoge von Benevent und Spoleto völlig unabhängig gemachthatten. Alle diese Großen wünschten nur das Eine: unberuhigtund unbeschränkt Herren in ihren Bezirken zu bleiben und un-gestört Krieg führen zu können/ nicht etwa auf Befehl oder zumVortheil des Königs/ sondern zur Vermehrung ihrer Freiheitenoder Schätze. Daher kosteie es auch die Könige große Mühe/ siedahin zu bringen/ daß sie sich gegen die Griechen/ um diese voll-ends aus Italien zu vertreiben/ oder gegen die Franken erhoben/welche eS aus instinktmäßiger Plünderungölust oder auf Anstiftender orientalischen Kaiser beständig beunruhigten. Da sie keineSchiffe besaßen/ konnten auch die Longobarden nicht verhindern/daß von Byzan; aus den griechischen Besatzungen Verstärkungenzugeführt wurden/ die zwar schwach waren/ aber leicht dahin ge-bracht werden konnte«/ wo man ihrer am meisten bedurfte. Nie-mals hörten auch die Longobarden auf/ selbst nachdem sie die ka-tholische Religion angenommen hatte«/ als Ausländer betrachtet zuwerde«/ vermischten sich mit den Römern nicht und übersahenhochmüthig/ wie wichtig es für sie wäre/ den Klerus für sich zugewinnen. Es war daher nicht zu hoffen/ daß eS ihnen gelingenwürde / ganz Italien unter einer Regierung zu vereinigen / starkgenug/ um sich gefürchtet/ und gut genug organisirt/ um sich ge-liebt zu machen.

Das Erarchat.

Die Ueberlieferungen des alten Reiches erhielten sich in demden Griechen unterworfenen Theile Italiens. Der Exarch admi-nistrirte die jetzige Romagna/ die sumpfigen Thäler von Ferraraund Comachw/ die PentapoliS der fünf Seestädte von Rimini bisAnkona/ eine andere Pentapolis zwischen der Küste des adriati-schen Meeres und den Apenninen / außerdem Rom / Venedig unddas ganze Küstenland bis zum äußersten Ende Italiens *).

Während der longobardischen Herrschaft hat die Bezeichnung Erarchat eineKippelte Bedeutung: im anögedebntern Sinne bezeichnete eS alle demReiche unterworfenen italischen Provinzen, namentlich Venczien, einen Theilder lignrischen Küste, das östliche Aemilia, Flaminia, das westliche Pice-num und das Ducat Rom; im engern Sinne umfaßte es das östlicheAemilia und Flaminia, d. i. die Romagna, und man unterschied es vonder Pentapolis, dem jetzigen Herzogthum Nrbino und der Mark Ankona,