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nian gebot, nach Conftantinopel zu kommen, um mit seiner Au-torität zu prangen, oder auch ihn zu nöthigen, aufs Neue dasConcil in Hüll» zu bestätigen. Der Kaiser empfing ihn mit denseiner erhabenen Würde gebührenden Ehrenbezeugungen, beugtevor ihm sein gekröntes Haupt und nahm demüthig seine Fürbitteund die h. Communion aus seiner Hand in Anspruch. Hinsicht-lich jenes Concils wußte der Papst raktvoll die Rückficht auf dasVerlangen des Kaisers mit seiner Pflicht zu verbinden. AlS je-doch PhilippicuS ihm die Akten der das sechste ökumenischeConcil verwerfenden Aftersynode von Constantinopel einsandte,setzte er sie verächtlich bei Seite, ließ sogar zum Zeichen seinerVerehrung ein Gemälde der sechs ökumenischen Concilien im Por-ricuS der St. Peterskirche anfertigen. Zugleich verweigerte dasVolk dem ketzerischen Kaiser die Huldigung, schickte sein Bildzurück und wollte dessen Erwähnung in der heil. Messe oder inöffentlichen Urkunden, ja die Münzen mit seinem Brusibilde nichtdulden. Dieser rasche Ucberblicf zeigt, wie unwürdig im Allge-meinen die Kaiser wider daS Pontificat verfuhren und wie geneigtdas römische Volk war, deren Joch völlig abzuschütteln; nur dieFurcht vor noch gefährlicheren Feinden, den Longobarden, hielteS noch ab, dies zu thun.
Longobardische Könige.
Rotharis, der letzte longobardische König, welcher nnS imverflossenen Jahrhundert beschäftigte, hatte seinem Volke ein ge-schriebcnes Gesetzbuch verliehen, wußte vermittelst dieser Gesetzeund einer kräftigen Verwaltung die Herzoge im Zaum zu haltenund kämpfte glücklich wider den Exarchen Plato am Panaro.Auch unterwarf er das Herzogthum Genua und Ligurien, wasdie einzige dauernde Erwerbung der Longobarden seit der erstenInvasion war. Nach seiner und seines Sohnes und NachfolgersRodoald Ermordung durch einen beleidigten Ehegatten warzwar das HauS Theudelindens erloschen, aber die Nationoder die Großen hielten dermaßen das Andenken an diese frommeKönigin in Ehren, daß sie unter den Agilolfingern Bayerns inAribert (653) einen König wählten. Dieser Fürst beganneine andere Reihe von dem longobardischen Stamme fremdenHerrschern.
Als wenn das Reich durch die mächtigen Herzoge v. Friaul,Spoleto und Benevent noch nicht zersplittert genug gewesen