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wäre, wollte man es bei dem Ableben AribertS (661) nach demBeispiele der Franken und anderer Germanen unter seine SöhnePcrtharis und Gundebert theilen. Der Ehrgeiz gestattetediesen jedoch nicht lange eine friedliche, gemeinsame Regierungund Gundebert ließ durch den Turincr Herzog GaribalddenHerzog von Benevent um Hülfeleiftung zur Stürzung seinesBruders angehen. Der treulose Vermittler aber riech dem Bene-venter, diesen Anlaß zu benutzen, die Nation von den fremdenHerren zu befreien und sich selbst des Reiches zu bemächtigen,das auf seinem Throne eines kampfbereiten Mannes und keinesKnaben bedurfte.
Grimocild. 602.
Der Vorschlag gefiel dem Herzog Grimoald. Durch denVerräther Garibald ward Gundebert erschlagen: Pcrtha-riS dagegen konnte zu dem Chagan der Avaren entkommen, wel-cher zwar den für die Auslieferung deS Flüchtlings gebotenenhohen Preis zurückwies, aber PcrthariS riech, sein Gebiet zuverlassen. Dieser wagte eS, nach Italien zurückzukehren und derGroßmuth seines Feindes sein Leben anheimzustellen, welcher edelgenug dachte, solches Vertrauen nicht zu mißbrauchen, ihm Sicher-heit gelobte und reichlich für ihn sorgte; als er jedoch zu bemer-ken glaubte, daß die Langobarden für ihren gefallenen KönigSympathien hegten, erwachte sein Mißtrauen und er beschloß,sich deS Perthariö zu entledigen. Er ließ den Palast, welchener ihm zu Pavia eingeräumt, mit Kriegern umstellen; aberUnulf, des Bedrohten treuer Diener, steckte ihn in ein Sklaven-gewand, trieb ihn mit Stockschlägen aus der Stadt und sorgtefür sein Weiterkommen über die Alpen nach Franken; er selbstkehrte zurück. Grimoald aber, alS er von der List Unulf'Serfuhr, verzieh dem treuen Mann. und entließ ihn ungefährdet zuseinem Herrn.
Um eher alS rechtmäßiger König zu erscheinen, hatte Gri-moald mit der Schwester seiner Vorgänger sich vermählt, zu-gleich aber, um die mächtigen Herzoge zu gewinnen, diesen Vor-rechte zugestanden, welche sie fast unabhängig machten und dieKraft der Monarchie untergruben. Anderseits nach nun vollende-ter Bekehrung der Longobarden, erlangte der Klerus und demzu-folge der Papst einen großen Einfluß unter ihnen; Klerus undPapst aber strebten, in einem dem der Eroberer entgegengesetzten
Cantu, Weltgeschichte v. 54