Band 
Fünfter Band.
JPEG-Download
 

872

Pipin ließ durch seinen Kanzler/ Abt Fuljrad/ die Schlüsselvon Ravenna und den andern Städten nach Rom überbringen/wo sie über dem Grabe des h. Petrus niedergelegt wurden; erselbst ward sodann von den Römern als Befreier jubelnd empfaw-gen. Byzantinische Gesandte erschienen vor ihm/ um die Rückgabeder Plätze/ welche dem griechischen Reiche gehört hatten/ zu er.langen gegen Erstattung der Kriegskosten. Er aber antwortete/ erhabe keineswegs für den Kaiser gekämpft und habe das Recht zuverfügen über das/ was er durch die Waffen gewonnen. Ucbrigenskehrte er rasch nach Franken zurück/ sei es/ daß er die Griechendurch sein Verweilen in Italien nicht weiter beunruhigen wollte,sei es/ was wahrscheinlicher/ daß ihn seine Vasallen nöthigten/dem Feldzug ein Ende zu machen. Aistulf aber hatte den Ver.trag noch nicht völlig ausgeführt/ als ein Sturz vom Pferde seinLeben endigte (756). Er war einer der besten lombardischen Kö-nige/ auch/ nach den Versicherungen einiger Chronisten/ großmüthiggegen Kirchen und Mönche/ in deren Armen er starb.

Desiderius- 757.

Sein Bruder Rachis verließ daS Kloster/ um abermals nachder Krone zu langen/ aber einige Große bevorzugten den Herzogvon BreScia/ Theoderich/ welcher/ um seinem Nebenbuhler ob.zusiegelt/ die Unterstützung des Papstes beanspruchte/ indem er ihmgelobte / die Aistulf auferlegten Bedingungen auf'S Pünktlichstezu erfüllen und zudem die Städte Faenza und Jmola/ das Her-zogthum Ferrara und einige Schlösser zn überlassen. Sobald nunAbt Fulrad und Graf Radbert/ die im Auftrage Pipinödie römischen Angelegenheiten wahrnahmen/ Desiderius' cid.liches Gelöbniß empfangen hatte«/ wurde Rachis kraft des Ge.horsamö/ den er als Mönch den Kirchenobern schuldete/ bedeutet/in sein Kloster zurückzukehren/ den Longobarden aber angekündigt/Theoderichs Rechte würden im Nothfalle von fränkischer Hee-resmacht unterstützt/ worauf er als König anerkannt wurde.

„aber auch diese Hoffnung betrog ihn! Während er seine Waffen widerPipin richten, zogen die Bayern, ihren jungen Herzog Tassilo anderSpitze, vom Brenner herab in Italien hinein und bedrohten seinen Rücken.Daher sah er sich genöthigt, den Franken die Zugänge Italiens zu öffnenund nach seiner Hauptstadt zurückzugehen. Vor Pavia vereinigen sich dieHeere der Franken und Bayern und umgeben die Stadt mit solcher Macht,daß Niemand aus- oder einzugehen vermochte." D. B,