Band 
Fünfter Band.
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nachdem die Zeit über das Gewoge der Leidenschaften beruhigendhingegangen, eine unparteiische und unerschütterliche Gerechtigkeitalö ihr Panier erheben und nicht mit dem Fluch der Unterdrück-ten sich beladen.

Nachdem er den Zweck seiner Unternehmung erreicht, gehtPipin über die Alpen zurück, Aistulf jedoch, welcher mit demVertrage nur der Gewalt nachgegeben oder Zeit zu gewinnen ge-sucht hatte (oder endlich auch durch seine Großen verhindert war,die festgesetzten Vertragsbedingungen zu erfüllen), bietet schleunigstseine ganze Kriegsmacht auf und dringt verheerend bis unter dieMauern RomS. Ocffnet die Pforte Salaria, rief er den Bewoh-nern drohend zu, damit ich in die Stadt einziehe, und überliefertmir den Papst, wenn ihr wollt, daß ich Erbarmen mit euch habensoll; sonst werde ich eure Mauern zerstören und euch mit derSchärfe des Schwertes heimsuchen; dann sehet, wer euch ausmeiner Hand befreien kann! Die Römer aber kannten zu wohlihren eigenen Vortheil und das Vertrauen, welches seine Ver-sicherungen verdienten, um seine Vorschläge anzunehmen, undwährend er die Landschaft aufs Greulichste verheerte, vertheidig,ten sich die Bürger, unterstützt von einem fränkischen Hcerhaufcn,den Pipin unter dem tapfern Abt Warnhar zurückgelassen,mit aufopferungsvollem unermüdlichem Hcldenmmhe.

In dieser Noth sandte der Papst mehrere Botschaften undBriefe an Pipin, dem eS wohl selbst nicht an der Bereitwillig,keit zur Hülfe fehlte, wohl aber eher den der fremden KriegS.fahrten überdrüssigen Vasallen, bis Stephan im Namen dcS hl.Petrus nochmals den König aufs Dringendste beschwor, unterAndrohung zeitlicher und ewiger Heimsuchung, des Apostels Grabund Nachfolger zu befreien. Im Sommer 755 erscheint Pipinplötzlich wieder vor Pavia, nachdem er Aistulf, der nicht er-wartet haben mochte, die Franken würden einen zweiten Zug überdie Alpen unternehmen, umgangen hat. Der König muß miteinem Dritttheil seiner Schätze den Frieden erkaufen, sich einemTribut von 12,000 Goldsolidi jährlich unterwerfen und Geiselndafür stellen, daß er den Papst in den Besitz des ExarchatS undder PentapoliS setzen werde*).

') Luden berichtet, der König sei auf die Nachricht vom Ausziehen derFranken von Rom hinweggeeilt, um die Alpenpäffe verlegen zu können.