Band 
Fünfter Band.
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mußte / um einen Feldzug anzutreten, was gewöhnlich nach denVolksversammlungen geschah. Und da die Edeln und Prälatensahen, daß der König seine Pläne ihrer Berathung unterbreitete,bildeten sie sich ein, an der Regierung Antheil zu nehmen, ob-gleich sie nichts thaten als zustimmen. Aeußerten auch die Va-fallen zuweilen einige Unzufriedenheit, wie hinsichtlich des Zugesnach Italien, bei dem sie nämlich gar keinen Nutzen voraussahen,so überließ er der Kirche die Sorge, dieselben zu beruhigen. DenEinfluß der Bischöfe wußte er vollkommen zu würdigen, behan-delte sie mit größter Deserenz und verlieh sogar seinen Kriegeneinen religiösen Charakter; so bekämpfte er die Sachsen, weil sieHeiden waren, die Aguitanicr als Anmaßcr geistlicher Güter, dieLongobarden als Feinde der Päpste; deßhalb ward er auch alsBeschützer der Kirche betrachtet im Gegensatz zu den ikonoklasti-schen Kaisern. Den h. Bonifacius ehrte er wie einen Vaterund befolgte seinen Rath hinsichtlich der Reform des Klerus,brachte viele Rel guten aus Italien nach Frankreich und trug sieselbst in demüthigem Gewände bei den feierlichen Prozessionen.Von Constantinopel erhielt er die erste Orgel zum Geschenk, welcheim Frankenlande gesehen worden, und übergab sie der Kirche v.Compiegne; das große Aufsehen, welches die Häresie der Jkono-klasten verursachte, bestimmte ihn, eine Synode zu berufen, inwelcher der fränkische Klerus mit griechischen Theologen überdiese Frage stritt.

Man sagte sprüchwörtlich: Klug wie Pipin. Von seinerConsegucnz in der Verfolgung einmal gefaßter Pläne bietet Agui-tanien ein Beispiel, welches er nicht eher verließ, als bis es voll-ständig eine Provinz seines Reiches geworden war. So vereinigteer mit dem germanischen Franken Allemanien und Gallien, wel-ches er zuerst unter den Barbaren wieder so völlig unterwarf,wie es unter den Römern gewesen. Ferner stellte er das Einver-nehmen zwischen der Aristokratie und dem Königthum her, demer die von den Palastmaiern angemaßten Gewalten zurückgab.Man könnte fast glauben, er habe bereits eingesehen, was nach-mals die Erfahrung lehrte, nämlich daß die Franzosen in Italiennicht Fuß fassen könnten, denn statt es für sich selbst zu behalten,schenkte er diese Eroberung dem Papste, indem er sich damit be-gnügte, die Longobarden geschwächt und verhindert zu haben,daß in einem einheitlichen italienischen Reiche für Frankreich eingefährlicher Nebenbuhler erwachse. Die Päpste aber, obgleich er