Band 
Fünfter Band.
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sie zu unabhängigen Fürsten erhob, blieben ihm durch Dankbar-keit verpflichtet und an ihn gebunden, so daß er von ihrer Ver-größerung nichts zu fürchten hatte.

Er ward von den Feinden gefürchtet, von den Seinigen hochverehrt, obgleich ihm abging, was in jenen rohen Zeiten eine fastnothwendige Eigenschaft der Fürsten und Gebietenden war, näm-lich eine ansehnliche Gestalt. Da er erfahren, daß einige Hofleuteüber seinen kleinen Wuchs und seine Beleibtheit sich lustig ge-macht und ihn den Kurzen oder Dicken genannt hatten, wasdie Geschichte beibehalten, lud er sie zu einem Kampfe zwischeneinem Löwen und Stier; als aber der Stier seinem fürchterlichenGegner zu unterliegen droht, wendet sich der König mit der Fragean sein Gefolge: Wer von euch besitzt den Muth, den Löwen zuzwingen, seine Beute fahren zu lassen? Und da keiner der Rittersich geneigt bezeigte, das Wagniß zu bestehen, fügt er hinzu.- Ichwerde es thun, zieht sein breites Schlachtschwert, springt in denKampfplatz und schlägt dem Löwen mit Einem Streich daS Hauptvom Rumpfe, mit dem zweiten Streich widerfährt dem StierdaS Gleiche, worauf er mit Ruhe den kleinlaut gewordenenHerren bemerkt: David war klein und er schlug den Goliathnieder, Alexander war klein, aber was den Muth und den Armanbelangt, war er mehr werth als hundert Andere, die gegen ihnRiesen waren.

Doch aber wurde sein Ruhm verdunkelt durch den seinesSohnes, und man schrieb auf sein Grab: Hier ruht Pipin, derVater Karls dcS Großen. Indessen würde aber dieser nicht derGroße geworden sein, hätte sein Vater ihm nicht ein durch dieVerschmelzung ungleichartiger Elemente gekräftigteS Reich hinter,lassen, gleich wie Alexander nicht so erstaunliche Thaten voll-bracht hätte, würde ihm sein Vater nicht den Weg gebahnt haben.

Cilftes Kapitel.Karl -er Große.

Vor seinem Tode vertheilte Pipin das Reich unter seinebeiden Söhne nach dem alten Gebrauche, indem auf einen jedenein gleicher Antheil vom fränkischen und vom römischen Gebiete