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cher damals außerhalb der Stadtmauern gelegenen Kirche die Lom.barden sich gelagert haben, angelangt ist, hält ihn der König ge.fangen und nöthigt ihn hiedurch, an Christophor und SergiuSden Befehl zu senden, die Waffen niederzulegen und zu ihm zukommen oder in ein Kloster zu gehen. Diese wollen anfänglichim Widerstand beharren, aber trotzdem sie betheuern, der schlaueLombarde lege eine Falle und der h. Vater werde von ihm ge.fangen gehalten, werden sie von ihren Anhängern treulos verlassenund müssen somit zu dem Papste nach St. Peter gehen, der sie,als er nach dem Lateran zurückkehrt, in die Kirche läßt, damitsie mit einbrechender Nacht wieder in die Stadt und, wie sie ihmversprachen, in ein Kloster gelangen können; Desideriusjedoch läßt sie, ohne Rücksicht auf die Heiligkeit der ZufluchtS-stätte, aus der Kirche holen und blenden; Christophor starbnach drei Tagen an den Folgen der grausamen Behandlung, dieer dabei erlitt, SergiuS blieb bis zuStephansTode in Haft*).
Desiderius hatte wenigstens insofern seinen Zweck erreicht,als er seine Hauptgegner in Rom unschädlich gemacht, und kehrtezurück, ohne dem Patrimonium des h. Stuhles irgend etwas zu.rückgegeben zu haben. Aber konnte auch der Papst für den Augen,blick vom Beherrscher der Franken, alS Schwiegersohn deö Lom-bardenkönigS, keine Hülfe erwarten, so trat doch sehr bald wie.der eine günstigere Wendung ein. Karl sandte nämlich, man weißnicht aus welcher Ursache, nach kurzer Ehe Herme ngard an
In einem Schreiben Stephan III an Bertrade (Cenni I, 267) wer-den diese Vorgänge anders dargestellt. Der abscheuliche Christophorund sein böser Sohn, heißt es hier, hatten mit Dodo, dem Bevoll-mächtigten Karlmanns, einen Plan wider des Papstes Leben geschmie-det, aber Desiderius rettete ihn mit der Hülse Gottes. Nach dem Va-tikan beschieden, verweigerten sie zu erscheinen, ergriffen die Waffen undvertrieben den Papst aus Rom. Da sie aber später verlassen wurden,flüchteten fle nach St. Peter, wo der Papst sie mit Mühe wider dieMenge vertheidigte, welche ihr Blut verlangte. Als er sie jedoch nach der- Stadt zurückbringen ließ, um sie dort in größere Sicherheit zu bringen,wurden sie ergriffen und geblendet, ohne sein Geheiß und Wissen. —Diese Darstellung wird von Muratori und den Meisten vorgezogen.Cenni, Pagi und Lecointe vermuthen jedoch, daß dieses Schreibendem Papst durch Desiderius abgezwungen oder durch diesen verfälschtworden, und in der That stellen auch ein anderes Schreiben (Cenni I,274), sowie die Biographen Stephans und Hadrians die Vorgängein der Weise dar, welcher wir als der wahrscheinlichsten folgten.
Cantu, Weltgeschichte. V 56