Band 
Fünfter Band.
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umlagern. Verona — er hatte Freunde in der Stadt / die denAdelgis zur Flucht zwangen — ergab sich ihm durch Vertrag,worauf auch Pavia fiel. AdelgiS konnte nach Constantinopelentkommen, Desiderius aber fiel in die Hände der Feinde undwurde mit seiner Gemahlin Ansa nach Franken gebracht, wo erim Kloster Corvey seine Tage beschloß. Hunald ward durch einenStcinwurf getödtct. Ueber das Schicksal der Wittwe und SöhneKarlmanns findet sich auch nicht die geringste Andeutung.Für Jedermann unvermuthet faßte Karl im Lager von Paviaden Entschluß, seine Ostern in Rom zu halten und führte ihn,begleitet von Bischöfen, Aebten und vornehmen Laien durch T«S-cien reitend, mit seiner gewöhnlichen Behendigkeit aus. Als PapstHadrian 1, freudig bewegt, von des königlichen Freundes An.Näherung hörte, sendet er weit schon Ehrenbotcn, ihn willkommenzu heißen, entgegen. Am Charsamstage wird König Karl beimersten Meilenstein von einer stattlichen Prozession mit Kreuzen undFahnen und den Jnsignien des Patriciatö empfangen, und ersteigt sogleich vom Pferde, desgleichen sein ganzes Gefolge, undzu Fuß, voran sämmtliche kriegerische Schoten, dann die studi-rende Jugend mit Oelzweigen in den Händen, Sänger- und Musik-chöre, zieht man, umrubelt vom frohen Römervolke, nach demVatikan, wohin sich der Papst schon am frühen Morgen begeben.AlS der königliche Pilger die Stufen der St. PeterSkirche betrat,küßte er jede derselben ehrfurchtvollst, denn jede sei von den Füßenvieler Heiligen berührt und geweidet worden. In der Vorhallestand der Papst im Pontifikalschmucke, von gcsammter Geistlichkeitumreiht, den geliebten Sohn der Kirche Gottes ehrenvollst zu bc-grüßen und in den Tempel einzuführen, ein Anblick, wie es kei-neu würdigern, die Erhabenheit der wahren Religion ergreifenderdarstellenden, mehr jedes Gemüth zur Ehrerbietung stimmendengeben konnte. Räch Kuß und Umarmung traten Papst und KönigHand in Hand, Letzterer zur Rechten, in's Heiligthum, hin zurvonkessio des Apostelfürsten, und der priesterliche Chorgesang:Leneäietns gui venit iu nomine Domini! durchströmte Freudeweckend den altehrwürdigen Dom. Und Papst und König stiegenhinunter zum Grabe des h. Petrus, und knieeten dort betend,und gelobten sich über den Gebeinen des ersten der sichtbarenOberhirten, des Fürsten der apostolischen Schaar, feste Freund,schaft gegenseitig, stete Freundschaft zwischen Thron und Altar.