Band 
Fünfter Band.
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seiner Mutter Irene das Herzogthum Neapel, die Würde einesPatriziers von Sicilien und ein Heer, wogegen er verhieß, dieOberherrlichkett des Kaisers anzuerkennen und griechische Trachtund Sitte anzunehmen. Mit Karl grollend, nahm Irene dieseVorschläge an und Adelgis kam von Byzanz an die Gränze vonBenevent, um die Erhebung zu leiten. Inzwischen starb jedochArigises und Karl verlieh dem Sohne Grimoald daS Her-zogthum, blos unter den Bedingungen, Salerno und Acarenza zuschleifen, den Namen des fränkischen Königs in seine Urkundenund auf seine Münzen zu setzen und seinen Longobarden die Bärteabnehmen zu lassen. Adelgis gab indeß seine Unternehmungnicht auf und in Gemeinschaft mit dem PatriziuS Theodor griff'er den seinem Lehensherrn treuen Grimoald an, fiel aber imKampf und mir ihm die letzte Hoffnung der Longobarden *).

Königreich Italien.

Um nun den neuen Zustand der Dinge vollends zu befestigen,brachte Karl seinen 6jährigen Sohn Pipin nach Italien, ver-lieh ihm die Investitur dieses Königreichs, zu dessen Hauptstadter Pavia bestimmte, und ließ ihn durch Papst Hadrian salben.Dieses Königreich Italien erstreckte fich über den biSheran vonden Longobarden beherrschten und eigentlich erst von nun an Lom-bardien genannten obern Theil der Halbinsel. Das Sabinerland,welches zum Herzogthum Spoleto gehört hatte, wurde fernerwei-tig den Päpsten zugewiesen, behielt aber seine eigenthümlichen

*) Zm Bd. X, Hannover 1851, des „Archivs der Gesellschaft für ältereGeschichtskunde" liefert vi-.Bethmann-Hollweg eine treffliche Arbeitin Monographien über Paulus Diaconus und über die longobardischeGeschichtschreibung. Die Geschichte, sagen die Gebrüder Grimm, hatden Longobarden große Ungunst bewiesen; ein besserer Stern hat überihren Sagen gewaltet, die ein aneinander hängendes Stück der schönstenDichtung bilden, vom wahren epischen Wesen durchzogen. Um so dankens-werlher ist die auf umfassender Kenntniß beruhende Arbeit B's, aus derüber Paulus selbst, seine verschiedenen Continuatoren und die Reste lon-gobardischer Chroniken und Königsverzeichniffe die genauesten Ausschlüssezu entnehmen sind. Eine deutsche Uebertragung des Paulus ist schon früherin der Sammlung der „Geschichtschreiber der deutschen Borzeit" vonO. Abel (im lehren Zahre auch Adam v. Bremen und Gregorv. Tours, durch Laurent, Abel und Giesebrccht übersetzt) er-schienen. D. B.