Band 
Fünfter Band.
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richtung verurcheilt und Alle verloren ihre Benefizien und Erb.güter. Karl verpflanzte so viele Franken in daS südliche Thürin-gen/ daß die Gegend zwischen dem Obermain und der Rednitzund Pegnitz fortan Franken hieß.

Bayern.

Tassilo/ der Bayernherzog/ ertrug c6 mit Verdruß/ daßdas alte Haus der Agilolfingcr sich demüthigen mußte vor derFamilie von Heristall/ deren Glanz ein vergleichungsweise so neuerwar und welche alle Herrengcschlechter Germaniens ihrer Herr.schaft zu unterwerfen sich anmaßte. Bereits waren Alemanne»/Sachsen und Friesen niedergeworfen und nur Bayern stand nochaufrecht. Nicht wenig mochte zu dieser feindseligen Stimmungdes Herzogs wider den fränkischen König beitragen / daß er mitder Tochter des Lombardenkönigs Desiderius sich vermählthatte. Bereits (763) als Pipin d. Kurze mit Waifar/ demHerzog von Aquitanicn/ kriegte/ hatte er das Banner des Königsverlassen; später stand er offen als Feind Karls auf/ aber be.siegt und vor den Wormser Reichstag gerufen (781)/ verdankteer seine Begnadigung nur der Vermittlung des Papstes / mußteaber einen neuen Treueid leisten und 12 Geiseln stellen. Aber alshätte er nicht Treue geschworen/ unterhielt er ein Einverständnißmit seinem Schwager Adelgis/ dem Herzog von Benevent/ denAvaren und überhaupt mit allen Feinden der Franken. Darauffiel Karl von drei Seiten in Bayern ein und Tassilo/ aber.mals um Gnade bittend/ durfte sein Land als Lehen behalten.Doch wiederholt ließ er sich von seinem Weibe zum Bruch seinesGelöbnisses verleiten (786). Nun wurde er von seinen eigenenVasallen auf dem Maifelde zu Jngelheim deS Verraths (eigent.lich der Felonie/ Harisliz/ d. i. „Nichtleisten der schuldigenHeereshülfe") bezichtigt und wurde zur Enthauptung verurcheilt.Karl milderte die Strafe in klösterliche Einsperrung/ wo er sogarvon seinen Kindern getrennt wurde. Mit ihm endete daS berühmteGeschlecht der Agilolfinger / welches lange Bayern Herzoge undItalien Könige gegeben; das Land wurde in Grafschaften einge.theilt und die Bayern schworen in Regensburg Treue dem Reiche*).

') War auch sein Vetter Karl aus Gründen der Religion und der Verwandt-schaft weit entfernt, das Bluturtheil bestätigen zu wollen, so erkannte erdoch für unthunlich, den mit seinem eigenen Volke so völlig zerfallenen