Band 
Fünfter Band.
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Civilisation zu bringe« / wird ihm die Geschichte nimmer zumRuhme anrechnen. Um gerecht zu sein/ muß man jedoch auch be-denke»/ daß zu den mörderischsten Kriegen stets die zwischen Völ-kern gleichen Stammes geführten gehören / und daß, wenn auchKarl nicht wählerisch war in der Wahl der Mittel, um einemneuen Einbruch der heidnischen Barbaren vorzubeugen, er denSieg nicht mißbrauchte. Die durch die Freundlichkeit und dieGroßmuth des KönigS gewonnenen Häupter gelobten ihm Treueund hielten gewissenhaft ihr Versprechen. Zwar wurden viele mitBeschlag belegte oder herrenlos gewordene Güter in Norddeutsch-land fränkischen Kriegern verliehen, dafür erhielten aber auchviele Sachsen Eigenthum in Gallien, waS wesentlich zu einerVerschmelzung beitrug und beiden Theilen Interesse einflößte ander Erhaltung des Friedens. In Francien wurden die Fortschritteder Gesittung gesichert und von da war ihnen nun ein Weg indaö Herz Germaniens eröffnet. DaS mit Blut überschwemmteSachsen ward nun, als Entschädigung für die verlorene Unab-hängigkcit, der Wohlthaten eines FriedenS und einer geregeltenVerwaltung theilhaftig, und bald stand eines seiner Kinder,Heinrich 1, an der Spitze deö von Karl d. Gr. gegründetenReichS.

Thüringer.

Wir haben, um nicht wieder darauf zurückkommen zu müssen,den Krieg wider die Sachsen in seinen einzelnen Unternehmungenbis an'S Ende verfolgt, obgleich während desselben und zu ver-schiedenen Zeiten auch andere Feldzüge, hauptsächlich zur Stillungvon Unruhen im Innern deS Reiches, unternommen wurden.Während Karl wider die Nordalbinger kriegte, beschloß Har-trad, der Fürst von Thüringen, einen Aufstand, um die Herr-schaft deS fränkischen KönigShauseS abzuschütteln. Dieser Anschlagstand wahrscheinlich in Verbindung mit einer allgemeinen Er-hebung der Feinde der Franken; bevor jedoch noch diese Plänezur Ausführung gereift waren, erhielt Karl Kunde davon undsandte ein Heer nach Thüringen. Die gefangen genommenenHäupter der Verschwörung, ihres Verbrechens geständig, wurdencheilö nach Italien, theils nach Neuftrien und Aquitanien abge-führt, angeblich um sie auf die verehrtesten Reliquien einen neuenTreuschwur ablegen zu lassen. Einige wurden jedoch unterwegsgeblendet. Andere wurden vom Reichstage zu WormS zur Hin-