Band 
Fünfter Band.
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S08

daher alsdann drohende Nachbarn für sein Reich wurden. DieSlaven wohnten zwischen dem baltischen Meere und den Karpa-then/ die Avaren in diesen. Gebirgen und den Julischen Alpen;von den Bayern trennte sie nur die Enz. In ihrer überaus gün-stigen Lage inmitten der ungarischen Sumpfgegenden fielen fieplündernd sowohl in das griechische als das slavische Gebiet einund häuften in ihrem Lager (Ring)/ einer großen durch dichteBaumverhaue geschützten hölzernen Stadt/ die Schätze der Byzan-tiner auf/ worunter sich auch die goldenen Ruhebette befanden/welche fie von den Kaisern als Tribut erhielten. Da Italien vonihnen bedroht war/ wurde Verona / welches wahrscheinlich nachder letzten Belagerung durch K. Karl geschleift worden, neu be-festigt/ und da fich ein Streit darüber erhob/ ob die Geistlichkeitein Drittel oder ein Viertel an den Kosten zu tragen hätte/ wurdedie Entscheidung einem Gottesurtheile anheimgestellt, wobei dieKraft des Kämpen für den Bischof, der am längsten auf denKnieen und mit erhobenen Armen aushielt, den Ausschlag zuGunsten der Geistlichkeit gab.

Land, das seine Gestalt seit den Tagen Karls d. Gr. nicht erheblichmehr verändert hat; nur wurden von Klöstern noch manche Strecken all-mälig eultivirt und von den Landesfnrften seit den Tagen der Hohenstaufenmanche offene Flecken als Landstädte ummauert. Neue Ortschaften stndkaum mehr entstanden, und es dürste sich selbst die Volkszähl, abgerechnetjene einiger Städte, kaum beträchtlich vergrößert haben; auf dem Landewar sie vielleicht damals hie und da dichter, weil der Adel noch aus sei-nen Gütern saß und dem Heimchen der Unbemittelten nicht die vielenHindernisse wie jetzt entgegen standen.... Geschah die VerschmelzungBayerns nicht auf dem Wege strengen Rechtes, so muß man doch ein-räumen, daß fie zum Vortheil der Bayern nicht weniger als zu dem derFranken gereichte, ja daß dadurch wohl einer großen Gefahr vorgebautwurde, die der ganzen germanischen Christenheit hätte verderblich werdenkönnen . . . Der einsichtsvolle Kaiser Karl erkannte, daß dieser Zuwachsseinem Reiche, so ausgedehnt es auch war, die Stärke namhaft erhöhenwerde, und er täuschte sich keineswegs. Ohne Bayerns Besitz wäre Ober»Italien schwerlich in Ruhe erhalten und behauptet worden; es stand so-gar zu besorgen, daß Bayern und Slaven vereinigt die Frankenherrschaftin Alcmannicn, in Thüringen und weiter hin erschüttern. Ein solchesGrenzvolk gewonnen, zäbli doppelt, wo nicht dreifach. Durch dasselbewurden der Böhmerwald links, die ganze Alpenkette rechts des Reichesgewaltige Stützpfeiler." Damberger. D. B.