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Als der Chagan seinen Bundesgenossen Tassilo in Gefahrerblickte, erschien er (788) mit seinen Kriegern an den GrenzenBayerns und Friauls, wurde jedoch zurückgetrieben. Karl wolltenun die Grenze der beiden Gebiete genau feststellen, um hiedurchwettern Kriegen vorzubeugen, beschleunigte aber gerade hiedurchden AuSb.ruch eines neuen Kampfes. Da der Chagan denselbenhervorrief, fiel Karl (791) mit drei Heeren in das alte.Panno-nien ein, drängte die Avaren biS hinter die Raab zurück und be-mächtigte sich der Besten und Schätze des Chans. Aber eine an-steckende Krankheit und „eine so furchtbare Hungersnoth, erzähltder Mönch-Chronist, daß sie zuweilen den Krieger zwang, selbstin den Fasten Fleischspeisen zu verzehren"*), hinderten einenvollständigen Erfolg des Feldzugs. Erst 5 Jahre später (796)konnte Karl seinen Sohn Pipin in jene Gegenden senden, derbis an den Ort drang, wo Attila seinen avilden Hos gehalten.In Folge der Spaltungen, welche der Tod des Chagan unter denAvaren hervorgerufen, vermochte Pipin ihr Land zu unterwerfenund der Fluß Raab wurde als dessen Ostgrenze festgesetzt. DasLand zwischen Raab und Enö wurde als Ostmark Oustria) un-ter einen Markgrafen gestellt. Der h. Arno, Bischof von Salz-bürg, wurde der Apostel der Völkerschaften am westlichen Uferder Donau, wo sich nun auch die Städte Wien , Buda, Raab,Mohacz erhoben. Karl sandte dem Papst einen Theil der Beutedieses Zuges **). Das Uebrige wurde unter das Heer, die Pala-
*9 ^nnnl. Iwisel. ». 791.
**) „Wie viele Schlachten wurden in diesem Krieg geliefert! Wie viel Blutwurde Vergossen! Man blicke hin auf Las menschenleere Pannonien, aufdie Hvfburg des Chagan, so verödet, daß sogar die Spuren menschlicher. Wohnungen verschwunden sind! Der ganze Adel der Hunnen ist unter-gegangen, all' ihr Ruhm ist verdunkelt! Die an diesen Orten aufgehäuf-ten Schätze wurden die Beute des Siegers und seit Menschengcdenkenweiß man von keinem Krieg, aus welchem die Franken so viele Schätzedavon trugen." Egiuhard. — Nach Luden begleitete Karl die Ge-schenke, welche er an Leo aus der Avarenbeute sandte, mit folgendemSchreiben: „So wie ich mit Eurem sel. Vorgänger einen Bund heiligerVaterschaft eingegangen bin, so wünsche ich auch mir Eurer Heiligkeiteinen unverbrüchlichen Bund derselben Treue und Liebe zu schließen. Mirliegt ob, mit Hülfe der göttlichen Barmherzigkeit, die h. Kirche Christiüberall gegen jeden Anfall der Heiden und jede Verwüstung der Ungläu-bigen mit den Waffen nach Außen zu vertheidigen und im Innern durch