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Truchseß, der Marschal und der Quartiermeister (mnnsionnrius)sorgten für die Bedürfnisse des königlichen Haushalts in den Re-sidenzen und auf Reisen. Ein Jägermeister/ vier Vogelsteller undein Falkner bezeugen / daß man der von den Nordländern einge-führten Jagdfreude oblag.
Vertheilung des Reichs.
Karl mochte wohl voraussehe« / daß sein ungeheures Reichnie ungetheilt auf seine Nachkommen übergehen würde; darumlöste er die zuletzt damit vereinigten Theile wieder ab und über-gab seinen jüngsten Söhnen Lombardiert und Aquitanien, um destoeher Francien ungetheilt erhalten zu können. Er that dies auseigener Machtvollkommenheit/ ohne die Reichsversammlung zu be-fragen. Dieser also wollte er keinen Einfluß auf die Eroberungendes herrschenden Hauses gestatten. Vielleicht glaubte er auch/ daßLombardien und Aquitanien/ jenes an Unabhängigkeit/ dieses anseine eigenen Herzoge gewöhnt/ sich leichter in ein Regiment fin-den würde«/ das ihnen eine staatliche Selbstständigkeit ließ. Uebri-gens wurde durch diese Einrichtung die Einheit des Reiches kei-neswegs aufgelöst/ denn jene Prinzen sollten nur die Stellvertreterdes Kaisers sein *).
Da Aquitanien der Erholung von den Uebeln eines langenund harten Krieges sehr bedürftig war/ gab Karl dem jungenKönige Wilhelm von Toulouse und den h. Benedict/ Abt desKlosters Anian in Languedoc / die beide das Gute wollten undauch fähig waren/ es zu thun, zu Vormündern. Wilhelm, dersich insbesondere der weltlichen Dinge annahm, erhielt den Frie-den im Innern und hielt die Sarazenen aus dem Lande, Bene-dict baute die in den Kriegszeiten zerstörten Klöster wieder aufund führte eine strengere Zucht in dem Benedietinerorden ein.Als Musterhaus für die Klöster seiner Regel stiftete er (804)Anian, welches dem ganzen Lande eine Schule des Ackerbauesund gemeinnützlicher Thätigkeit wurde.
Verwaltung.
Die ungeheure Ausdehnung deS Reiches machte allgemeineVolksversammlungen fortan zur Unmöglichkeit, aber da gewisse
*) Noch in einem Briefe aus dem Jahr 807 an Pipin nennt sich KarlKönig der Longobarden und schickt ihm seine Befehle zu. Bonquet V,620. Ein Diplom aus dem Jahr 793 beweist, daß Ludwigs Verlei-hungen von seinem Vater bestätigt werden mußten.