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sondern von allen Eigenthümern geleistet wurde; jeder Freiehatte sich einen Senior zu wählen/ unter dessen Banner er aus-zog. Der Kriegsdienst war daher eine Personal- und Reallast zu-gleich und das Interesse deS Fürsten fiel dabei mit dem deS Staa-tes zusammen. Die Freien/ welche kein Eigen besäße»/ waren nichtkriegspflichtig. Die kleinen Besitzer traten deshalb/ wie schon be-merkt/ häufig in Hörigkeitsvrrhälttiissc zu mächtigern Nachbar»/wodurch der Heerbann verringert wurde *).
Jeder Lehensmann (Inhaber eines BeneficiumS) war »er-pflichtet/ zu Pferde zu dienen/ bewaffnet mit Schild/ Lanze/ Säbel/Schwert/ Bogen und Pfeilen/ der Freie niedern Standes bedurftenur Lanze/ Schild/ Bogen und zwölf Pfeile. Beide mußten außer-dem einen Panzer habe»/ wenn ihr Allod oder Beneficium zwölfMansen betrug. Der Freie/ welcher dem KriegSaufrufe nichtfolgte/ ward mit 60 Sol. gebüßt oder zu einer zeitweiligen Leib-eigenschaft gezwungen; der Feldflüchtige mit dem Tode bestraft.Da nun die Wenigsten 60 Sol. bezahlen konnte»/ mußten sie Leib-eigene werden ,, waS bald den Stand der kleinen Eigenthümervollends vernichtet hätte / ohne die Anordnung deS Kaisers/ daß,
*1 Folgendes Schreiben Karls (wahrscheinlich aus dem Jahr 784). an AbtFulrad von St. Denhs und andere Vasallen gerichtet, zeigt ungefähr,wie die Ausrüstung eines Kriegszugs beschlossen ward: „Kund sei hie-mit, wie wir unsere diesjährige Versammlung in Ostsachsen zu Staßfnrthan der Bude halten wollen. Deshalb befehlen wir, daß du dich mit wohl-gewaffneter und gerüsteter Mannschaft, wir sich's gebührt (plemter), siebenTage vor der Messe Johannis des Täufers einsendest, also daß du vondort, wohin wir befehlen werden, in's Feld rücken kannst. Jedem Reitergib Schild, Lanze, Schwert, Messer, Bogen, Köcher und Pfeile, aus dieKarren lade Aerte, Hauen, Bohrer, Beile, Hacken, Spaten und was zumFeldzug nöthig, Mundvorrath vom Tage der Versammlung auf drei,Waffen und Kleider anf sechs Monate. Und dies sagen wir euch, daßihr geraden Wegs und friedlich durch unser Reich ziehet, nichts als Gras,Holz und Wasser nehmet und eure Diener (Kamines) bei den Reiternnnd Karren bleiben bis zu uns, damit des Herr» Abwesenheit keinenAnlaß znm Unfnge gebe. Deine Geschenke sende im Mai an den Ortunseres Aufenthalts; erlaubt es dein Weg, daß du selbst vor'uns erschei-nen kannst, so soll es uns freuen. Sieh zu, daß nichts verabsäumt werde,wofern wir dir gnädig bleiben sollen." — Die einzige stehende Truppewar die schon von Karl Martell gegründete s. g. fränkische Schaar,aus den Mannen der Frankenlande im engern Sinne nnd den Leutenvon den königlichen Gütern gebildet und auf Kosten des Königs erhal-ten, aber auch diese waren keine eigentlich besoldeten Truppe». D- B.