Band 
Fünfter Band.
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einem eifrigen Buddhisten (f 493)/ lehrte Fan-tschin alS eif.riger Gegner der Bonzen den Fatalismus und daß eS außer demkörperlichen Leben kein anderes gebe. Vom Sohne deS Kaisersbefragt, wie er nach seiner Lehre erkläre, daß der Menschen LooSein so verschiedenes sei, antwortete er: Das Leben gleicht denBaumblüthcn, welche Anfangs Knospen sind, sodann aufbrechen,verblühen und endlich im Winde verflattern. Unter den Menschensind einige gleich Bettvorhängen, andere gleich den Stangen der-selben. Prinz, du bist ein solcher Vorhang, meines Gleichen abersind die Stangen, durch welche du gehalten wirst. Obgleich un-gleich durch Herkommen, sind der Menschen Wesen und Zweckdoch dieselben. DaS Aeußere deS Menschen gibt Aufschluß überseine Gedanken. Die Gedanken sind die Werkzeuge, deren er sichbedient, um etwas zu vollbringen. Die Gedanken sind wie dieSchneide des Schwertes. Wenn aber das Schwert vernichtet ist,ist'S dann auch nicht die Schneide?

Dynastie Lyang. 502—557.

Siao-yen, der Fürst von Lyang, nahm als Stifter dergleichnamigen Dynastie den Namen Wu-ti an, und verschafftedem Reiche seinen alten Glanz wieder; er unterhielt eine lebhafteHandelsverbindung mit dem südlichen Asien und sandte häufigSchiffe nach der Insel Ceylon und in die indischen Häfen; auchaus Pcrsien und dem mittlern Asien empfing er Gesandtschaften.Da er erkannte, wie die alte nationale Religion durch den Bud-dhaismuS und die Lehre der Tao verderbt war und die beständigenReligionsstreitigkeiten daS Volk beunruhigten und erbitterten, er-griff er Maßregeln, um die stets als die allein rechtmäßig aner-kannte Philosophie des Kun-fu-tse wieder herzustellen; trotzdemaber ließ et sich nachmals von den Bonzen verführen, so daß er ineinem ihrer Klöster sich einschloß, nach ihrer Lehre lebte und so-gar verbot, Fleisch zu essen und Thiere zu tödten. Er ließ sichzwar mit Mühe bewegen, wieder die Regierung zu übernehmen,aber er war nun gänzlich in den Händen der Buddhisten, bisendlich der Feldherr Hao-King seiner so gut begonnenen undnun so unheilvoll gewordenen Regierung ein Ende machte. ESfolgte» nun wieder Usurpationen und blutige Greuel; der KaiserYuen-ti, welcher ganz unter der Leitung der Bonzen stand, ver-lor daS Leben (555) bei einem Einfall der nördlichen Wei, wäh-rend der Feldherr Tschin-pa-sian, der eigentliche Regent, mitdem Heere abwesend war oder im Bunde mit den Wei stand.