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Weisheit/ lehrte die Götter/ es sei nöthig Behufs der Erschaffungder Menschen/ daß ein Gott und eine Göttin Affengeftalt annäh-men. Gnetseden/ der 5. der alten Herrscher der Welt/ wardgeboren aus einer Geschwulst des Tse-dent/ d. i. des sehrSchönen/ und aus einem seiner Schenkel erzeugte er einen Sohn.Tsan gan-dara-ek/ vormals Königin und nun eine in Gefahrenangerufene Göttin/ wird mit drei Augen dargestellt/ einem an derStirne/ einem in der Hand- und einem in der Fußfläche. Eineindische Königin/ die in Tübet sich vermählte/ hatte eine kleineBildsäule des Xachia oder Buddha mitgebracht. Der Tzan zu Ue-thung-lung-dsan/ der anderthalb Jahrhunderte später (632)davon reden hörte/ schickte seinen ersten Minister Tuomi-sam-buoda nach Indien / um über Buddha nähere Erkundigungeneinzuziehen/ und nach seiner Rückkehr führte derselbe 2 Schrift-gattungen ein/ um die Sprache des Landes zu schreiben.
Dies war die erste große Wohlthat/ welche Tübet dem Bud-dhaismus verdankte; hier/ wo keine Gelehrten oder Brahminenihm entgegenwirkten/ konnte er sich auch rascher ausbreiten als inirgend einem andern Lande. Er flößte Menschen/ die aller geisti-gen Bildung entbehrten/ sittliche Grundsätze ein/ setzte an dieStelle der kriegerischen Häuptlinge blos der Beschaulichkeit lebendeFürsten/ ohne den Ehrgeiz der Eroberung/ welche nur darnachstrebten/ vermittelst der ekstatischen Abtödtung zur Vervollkomm-nung zu gelangen. Uebrigens wurden die Schrift und die alteKultur JndienS nach Tübet gebracht, nicht aber war hier ihreWiege/ wie man im verflossenen Jahrhundert gerne glaubte.
Einige von Tri-srung-teu-tsan nach Indien geschicktePriester brachten von da den Dandsur/ nämlich die auS 108Bänden bestehende Erläuterung der Religionsvorschriften deS Xa-chta *); er ließ dieses Werk übersetzen und in Mias oder Tempelnniederlegen/ wo diese Bücher gemäß der Ansicht der Bonzen vonder mechanischen Wirksamkeit deS Gebetes/ in Rädern von Wasser-kraft beständig umgetrieben werden. Die Großen/ unzufrieden
') Der Dandsur bildet den Commentar zum Gandsur, welcher di«mündliche Lehre enthält. Das ganze Werk hat 238 Bände und die mon-golische Version desselben darf in China nur mit specieller Erlaubniß desKaisers verkauft werden. Seit einiger Zeit besitzt die Rationalbibliothekin Paris ein ihr von der asiatischen Gesellschaft in Calcutta zugesandtesEremplar in tÜO auf indischem Papier gedruckten Bänden.