1001
erklärte sich der chinesische Kaiser als Feind der Tübetaner underrichtete die vier Militärbezirke in Mittelasien / allein die Tübe-taner bemächtigten sich derselben und schlugen 140/000 Chinesen,die in ihr Land eingefallen waren/ zurück (678).
In den folgenden Jahren eroberten sie mehrere Theile vonWestchina/ und im Bündniß mit den Arabern beunruhigten siefortwährend dieses Reich und konnten sogar die Hauptstadt China'seinnehmen (764). Zum Andenken an den Frieden/ welcher nachVerlauf eines halben Jahrhunderts (821) zwischen den beidenNationen zu Stande kau,/ wurde ein Denkmal zu Lassa errichtet,welches noch jetzt besteht/ während der Friede nicht von langerDauer war. Als indeß die Tübetaner durch innere Zwistigkcitenund ihre Kriege mit den Türken völlig erschöpft waren/ erkannteder Tzan-pu die Oberhoheit China's an (866). Die Annalen die-ses Landes erwähnen ihrer nicht mehr bis zur Zeit/ wo Ku-zu-lo,der Nachkomme der alten Tzan-pu, dem Kaiser vorschlug (1015)/gemeinsam das vom Mongolen Lu-ki-tsion gegründete ReichHia oder Targm anzugreifen/ dessen rasche Vergrößerung dieKraft der Tübetaner vollends gebrochen hatte. Dieser König hatteeinen arglistigen und grausamen Bonzen zum Minister/ der ihnveranlaßte/ mit den Chinesen einen unglücklich endenden Krieg zubeginnen. Sein Nachfolger zog sich den Haß seiner Unterthanenzu; von allen Seiten brachen Empörungen aus und das untereinander sich bekämpfende Fürsten zerstückle Tübet unterwarf sichabermals der Oberhoheit China's (1125), welches hiedurch vonden Angriffen seiner unruhigen Nachbarn befreit wurde.
Andere Stämme der Uue-tschi, welche mit den Hiung-nu krieg-ten/ wurden besiegt und zerstreut (126 n. Chr.). Die Kaiser derHau-Dynastie suchten das Bündniß der Tübetaner, die gleich ihnenFeinde der Hiung-nu waren, allein sie zogen es vor, ihre Waffenin die wohlhabenden Gegenden von Persicn und Sind zu tragenund waren mächtig in Transoxiana bis zum 5. Jahrhundert, wosie der wachsenden Gewalt der Saffaniden und den Einfällen derJuan-Juan nicht mehr die Spitze zu bieten vermochten.
Ihre Religion war ein Gemisch von grobem Götzendienst undnationalen Erinnerungen. Die Lasi sind gute Geister von schöner,edler Gestalt, aber drohendem Antlitz, und werden in 9 Chöreeingetheilt. ES gibt auch böse Geister, von denen einer der vor-nehmsten Ghongorr, der sogar der Beschützer der Welt, Religionund Gesetze. Djam-jang, der den Mond bewohnende Gott der