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Nun aber ward ein priesterlicheS Oberhaupt/ eine Inkarnationdes Buddha/ eingesetzt. Unmittelbar unter diesem stehen 5 Groß-Lamas als Personifikationen der Söhne Bnddha's/ sodann folgen5 Lama Boddisatua/ d. t. Söhne dieser incarnirten Söhne. Dieerstem fünf bilden den Rath des obersten Lama/ dir nach seinemAbleben in einer Art von Conelave seinen Nachfolger wählen.Die untergeordneteren Lamas vertheilen stch nach Bedürfniß überdaS Land / gleich wie ihre Stellvertreter oder Gybongs (die nie-dern Priester). Die letzte Stufe der Hierarchie nehmen die Kegnienei» / Kinder beider Geschlechter/ die von ihren Eltern zum prie-stcrlichen Leben bestimmt find/ mit 9 Jahren auf die 5 buddhaifti-sehen Schriften Profeß ablegen und häufig in Gemeinsamkeitleben. Später bekennen ste sich zu den 10 Vorschriften der Voll-kommenheit/ heißen dann Ketzuel/ und mit 20 Jahren können siedurch die Ablegung feierlicher Gelübde Kelong werden. Theilssind diese einfache Mönche (trsba), cheilS Obere (Irimn) und lebenvon freiwilligen Gaben. Eine jede Fra»/ welche vor einem Lamaerscheint/ muß / wenn sie nicht als Verführerin gelten will / ihrGesicht mit rothem Zucker und andern Substanzen bekleben. Außerdiesen eigentlichen Priestern gibt es noch geistliche Magiker undZauberer (nKn-rrunbn), die heirathen dürfen und unter eigenenOberhäuptern stehen; jedes Kloster hat seinen Tchoklong oderZauberer (die Zauberei treibenden Priester / Aerzte / Gaukler re.heißen auch Schamanen) in Schrecken erregendem Auszug, wel-cher die Zukunft auslegt und Orakel ertheilt. Nun wurde auchdie ungeheure Sammlung der heiligen Bücher der Tübetaner zu-sammengebracht/ welche 3000 Unzen Gold kostete. Sie enthält dieWerke Buddha's und seiner Schüler/ deren und der PatriarchenLebensbeschreibungen/ die Akten der Concile/ kurz die ganze cano-Nische Literatur der Buddhaisten.
Die Ming/ welche den Mongolen in China folgte»/ tratengegen den Buddhaismus nicht feindselig auf und die Mandschuwandten ihm wieder eine große Gunst zu. Unter diesen wurdedas Polyglotten-Wörterbuch entworfen/ welches man als dieSumma dieser Religion betrachten kann und worin alle aufBuddha bezüglichen mythologischen Bezeichnungen und philosophi-schen Ausdrücke in 5 Sprache»/ nämlich Sanskrit/ Chinesisch/Mandsch»/ Mongolisch und Tübetanisch/ enthalten sind.
Von Tübet ging der Buddhaismus nach der Mongolei über/wo der Lama Sakya-pandita (1247) auch das syrische Alpha-