Band 
Fünfter Band.
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Daher jene unbedingte Hingebung der ersten Stellvertreter desPropheten, in deren Handeln keine Spur von persönlichem Ehr-geiz, von Eifersucht, von Nebenbuhlerschaft zu finden. Einfach inihren Sitten, eifrig in ihrem Glauben find die Gefährten desPropheten und noch ist deren letzter nicht gestorben, als bereits36,000 Städte erobert, 4000 Tempel Christi oder des Feuers zer-stört und 1400 Moscheen errichtet worden find.

Die von jeher an den Despotismus gewöhnten Völker Asiensund Afrikas empfinden keinen Schrecken vor dem neuen Joche.Die Unterthanen deS römischen ReichS hauen der nationalen Ehrevergessen, ohne der Majestät deS römischen Volkes theilhaftig zuwerden. Sie setzten daher einer unsittlichen Herrschaft nicht jenenWiderstand entgegen, der hätte erfolgreich sein müssen. Die Egyp-ter und Syrer indeß, wenn auch geschwächt und verweichlicht unterden Nachfolgern Alexanders und unter den Römern, entfaltenzuweilen einen kühnen Muth; aber nur die Spanier vertheidigtensich als Helden. Wir beklagten die auf den Altären der Götzenhingeschlachteten menschlichen Opfer: und doch war wohl im gan-zen Alterthum und bei allen Völkern deren Anzahl nicht so großals die Menge der Menschen, deren Blut die Ausbreitung desTheismus eines Propheten kostete, welcher kein anderes Zeichenfür seine Sendung auszuweisen hatte*).

") Oben S. 657 in d. Note haben wir bereits ein Wort von GörreS ausvon ihm gehaltenen, nun in den Hist.-Pol. Bl. mitgetheilten Vorlesungenmitgetheilt. Wir schließen daran eine weitere Bemerkung aus der drittenVorlesung (Hist.-Pol. Bl. Bd. 28, Hst. 8): „Architektonisch war dasMittelalter nicht blos innerhalb der Christenheit, sondern es war, überdas christliche West- nnd byzantinische Ostreich in das Gebiet des Mn-hammedanismus hinübergezogen, gleichfalls baukünstlerisch verfahren. DerMnhammedanismus hatte, von demselben herrschenden Trieb der Zeit er-griffen, sich von Beginn an zu einem Reiche constituirt, in dem auch seinPrinzip in seiner Entwicklung nnd Entfaltung nach Außen sich offenbarensollte. Eben aber, weil dieses andere Reich außer der Wahrheit gelegen,deswegen war, was dort im christlichen -Reiche als Versuchung ausnahms-weise der Wahrheit gegenübergetreten, in ihm vielniehr die Regel geworden,die gleichsam von selbst sich verstanden. Das Khalifat also, das schonder Prophet gegründet hatte, mühte sich nicht um jene innere Harmonieder verschiedenen Bildungen, die das christliche Gemeinwesen erstrebensollte, sondern es hatte, überall auf Gewalt gebaut, auch hier mit demSchwerte den Knoten zerhauen, der jenem zur Losung aufgegeben gewesen.Der Prophet schon hatte zugleich als Haupt seiner Kirche, als Gebieter