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au§ dem edlen Geschlechte der Gaetani zu Anagni zwischen1210 und spätestens 1230 geboren/ der sich in den Studien beiden Minoriten zu Velletri und dann auf der Universität zu PariS
mündlichen Besprechung mit König Karl II einzuladen. Wie kann mandas reimen? — Sonderbar müssen die Fäden durcheinander gelaufensein, mit welchen die verschiedenen Parteien den guten schwachen Cöle-stin hin- und hcrzerrten/ der bereits zu merke» anfing, daß er vielfachgetäuscht und mißbraucht werde. Bon Aquila hatte man ihn nach Sul-mone geführt, wer weiß unter welchem Verwände, sicher um ihn vongewissen Cardinälen zu entfernen und für gewisse Zwecke allein zu be-arbeiten. Er besuchte noch einmal sein nahes Klösterchen, und schriebvon da am 7. Oktober anKarlsll frommen, geistlich gewordenen SohnLudwig, welcher in Aragonien als Geisel gewesen, ertheilte dem zwan-zigsährigen Jüngling ganz ungemessenes Lob seiner Tugenden und Kennt-nisse (französischer Geruch!), und ernennt ihn zum Erzbischof von Lyon,weil diese Kirche seufze über die von benachbarten Mächtigen (Philipp IVist nicht genannt) erlittenen Drangsale und Beranbungen. Er sollte dasErzstift, bis dgs Alter die Administration erlaube, weltlich administrirenund so allen Uebeln abhelfen. Auf welchen Wegen doch Philipp IVzum Besitz Lyons zu gelangen versuchte, und wie er das Sprüchlein ver-stand : Vortheil trifft zwei Stellen auf einen Schlag! Die Erhebungdes Erzbischofs Reimnnd brachte einen servilen Franzosen mehr insCardinals-Collegium und erledigte zugleich den Stuhl von Lyon für einenjungen französischen Prinzen. Letzteres hat Bonifazius VIII, kaumübergab ihm Cölestin V den Oberhirtenstab, ohne Weiteres rückgängiggemacht, zwar in möglichst schonender Weise; aber es ward doch, wieüberhaupt, daß er sich nebst andern Kirchen der Lyoner ernstlich annahm,Hauptgrund jener Erbitterung, mit welcher er von Phhlipp IV bisins Grab hinein angefeindet worden ist. Von Ende Oktobers an trifftman keine Spur mehr einer Urkunde Cölestins, die Verdacht erweckenkönnte. Es war gelungen, ihm die Augen zu öffnen, daß er gewahrte,zu welchem Zwecke man ihm Unterschriften entlockt hatte und entlockenwollte, und wie selbst Unterbeamtete den unverschämtesten Mißbrauch mitseinem Namen trieben; es fanden sich unterschobene Brcven, es fandensich noch nicht beschriebene, aber doch schon mit seinem Namen und Sie-gel versehene Pergamente, einer zu den vielen andern Beweisen, daß esim Mittelalter überaus freche Urkundenfälscher, und insbesondere imDienste des König Karl II und Philipp IV gewissenlose Breven- undBullenschmiede gab. War es. schon eine Geistesmarter für den nur anstille Uebungen der Frömmigkeit gewöhnten Anachoreten, im Glänze einesprunkenden Hofes, im Gewirre unabsehlicher und so kitzlicher Geschäfteleben zu müssen, welch' ein Schrecken, welch' eine Angst befiel den Armen,welch' eine Marter wurde erst das, als ihn Kardinäle aufmerksam mach-ten und überzeugten, wie er bei dem besten Willen hintergangen werde