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nenSwerthen Mißftände der Chriftenwclt in'S Auge und zu Ge-müthe fassend, dann auf eine außerordentliche Erhöhung derFeierlichkeit, und erzielte diese/ indem er einen Jubiläums-Ablaßauskündete. Tausende und Tausende frommer Seelen trauertenüber die Unthunlichkeit/ das Grab des Herrn zu besuchen undtheilhaftig zu werden der vom Kirchenoberhaupt zugesichertenGnade/ daß nämlich eine solche/ auf vorgeschriebene, d. h. rechtbußfcrtigerweise gemachte Pilgerfahrt von Gott angesehen werdewie das Verdienstlichste/ was der Mensch zur Abbüßung seinerSünden thun und leiden könne/ daß man damit den großen voll-kommenen Ablaß/ d. i. die vollständige Aussöhnung mit Gott/ deralle Strafen nachlasse/ erlange. ES war glaublich an PetriStuhlfcier/ 22. Februar 1299/ als Bonifaeius VIII selbst/der majestätische Greis in Pontificalklcidung/ die Kanzel bestiegund vor ungeheurer Volksmenge in der St. Peterskirche über dieabzuhaltende Jubiläumsfeier predigte/ dann das Ausschreibenentfaltete und vorlas / welches die Gnade jenes großen Ablassesallen wahren Büßern zusicherte/ wenn sie nach reumüthiger Beichtund würdiger Communion die sieben Hauptkirchen Roms andäch-tig besuchen/ Fremde während fünfzehn/ Einheimische währenddreißig Tagen des Gnaden- und Jubel- und allgemeinen Versöh-nungsjahreS 1300, angefangen vom Wcihnachtsfeft 1299. Einenachträgliche Bulle supplirtc daö Abgängige der Pilgcrtage beidenen, welche den Willen hatten, die Bedingungen des Ablasseszu erfüllen und nicht mehr konnten. Nicht blos beabsichtigte derweitschauende Kirchenfürst Hiebei, dem frommern Theile desChriftenvolkeS Trost zu spenden durch Eröffnung aller Gnaden-schätze der Kirche, er hoffte, die Jubiläumsfeier könnte ein Mit-tel werden, dem religiösen Leben überhaupt einen neuen mächn-gen Aufschwung zu verleihen, die lau gewordenen Völkerstämmeam Busen der römischen Mutterkirche mit der Wärme der Kin-desliebc zu durchdrungen und dem wahrhaft katholischen Geist,welcher nur Eine Heerde Christi kennt und Einen Hirten, überden separirenden, schiSmatischen und auflösenden zum Siege zuverhelfen. Wer weiß auch, wie viel, waS da geschah, beigetragenhat, die abendländische Glaubensspaltung noch zweihundert Jahrelang hinauszuschieben ! In Rom entbrannte ein bewundernSwcrtherWetteifer, die großartigsten und zweckmäßigsten Vorbereitungenfür die seltene Feier zu treffen. Der Himmel half, es gabausnehmend gesegnete Erndten, und so vermochte man für einen
s L n t«, Weltgeschichte. VUI.