Band 
Achter Band.
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Gränzstadt , fertigte beredte Leute ins Arelat und nach Spanienund Portugal und Italien ab, welche Jedermann, besonders dieCardinäle und die Prälaten, für die Appellation gewinnen undzum Conzil einladen sollten, Haupttriebräder waren bei demAllem die Colonnesen. — Und was that Bonifacins VIII, derhievon nicht durch ein öffentliches Aktenstück, sondern durch Pri-vatpersonen spät Kenntniß erlangte? Zu Anagni, seiner Vater-stadt, wo er sich während des Sommers mit den Cardinälen unddem ganzen Hofe aufhielt, veranstaltete er am Frauentage 15. Augustein feierliches Consistorium, eröffnete ohne Leidenschaftlichkeit inruhiger und würdiger Sprache, was er vernommen, wies die z»Paris mit unerhörter Frechheit gegen ihn erhobenen Anklagen,namentlich die Beschuldigung der Ketzerei zurück, indem er eid-lich seine innigste Anhänglichkeit an alle Lehrsätze der katholischenKirche betheuerte, und sprach eS zugleich fest und entschieden aus,daß er gegen den König Philipp und dessen Rathgebcr undParteigänger, wenn sie sich nicht besserten und schuldige Genug-thuung leisteten, verfahren werde, wie Zeit und Ort eS erheischenwürden. Weil der Pariser Hof auf das Schärfste verboten hatte,päpstliche Erlasse nach Frankreich zu bringen, wurde die alte Ent-scheidung erneuert, daß rechtlich erlassene Citationen und gefällteUrtheile des Kirchenoberhauvtes, zumal gegen solche Frevler,welche die Bekanntmachung verhindern, volle Kraft haben, sobaldsie zu Jedermanns Kenntniß in den Hauptkirchen Roms ange-heftet worden seien. An demselben Tage entzog Bonifa einsder pariser Universität das Vorrecht, Licentiaren und Doetorenzu creiren, und reservirte die Provision aller vaeant werdendenbischöflichen Stühle Frankreichs auf so lange, als der König inseinem feindseligen Ungehorsam beharre.

Nach Tofti habe der Papst in einer Bulle vom 1. September1303 das gegen ihn zu Paris eingeschlagene Verfahren eingehendgewürdigt. Jedermann möge bedenken, was das für Leute seien,die ihn, den Statthalter Christi, einen.Ketzer zu schmähen undaller Frevel, die nur ein boshaftes Gemüth zu ersinnen im Standesei, anzuschuldigen sich erdreisteten. „Allbekannt ist, daß wir nochgestern und vorgestern, als dem nämlichen Könige die GabenUnseres Wohlwollens zuflössen, für gut katholisch galten, währender ÜnS heute mit Schimpf überhäuft. Woher diese plötzlicheVeränderung? Woher das Aufkünden aller kindlichen Ehrfurcht?Die ganze Welt wisse es: weil Wir die Arznei der Zurechtweisung